„Augmountain“: Turnhallentrip Aktion und Interaktion: EMAF-Party im neuen Licht

Von Tobias Sunderdiek | 29.04.2017, 14:01 Uhr

Statt Tanz- gab es Kletterschuhe: VJ Yochee und DJ Ni No verwandelten beim EMAF eine Klettersporthalle in eine sich ständig verändernde Lichtkunst-Disco.

Es hatte etwas vom Stummfilmklassiker „Das Cabinett des Caligari“ - allerdings in Farbe und versehen mit elektronischer Musik. Wer sich Freitagabend in die „Boulderhalle Zenit“ begab, erlebte nichts Geringeres als die Umwandlung der Klettersport-Halle in eine psychedelisch-bunte Kulisse sowohl für Klettermaxe wie Medienkünstler. Weiterlesen: Die aktuellste EMAF-Kolumne

Surreale Sportwelt

Vier an den Decken verteilten Videobeamer sorgten dafür, dass die Wände, die kaum rechte Winkel haben, sowie das massive, unebene Felsen-Objekt in der Mitte des Raumes in verschiedenen Farben und Mustern angestrahlt wurden. Ausbuchtungen und Vorsprünge an den Flächen, an denen sich die zahlreich erschienenen Sportler und Gäste entlanghangelten, wurden dabei oftmals mit scharf umgrenzten, weißen Lichtgrenzen umkränzt und so zusätzlich zu der ausgestrahlten Farbpalette, zusätzlich fragmentiert. Wie eben die surrealen Kulissen in „Caligari“. Weiterlesen: Vorschau auf die Performances in der Osnabrückhalle

Mastermind hinter diesem genau auf den Raum abgestimmten Lichtkonzept war der international gefragte Münsteraner VJ Yochee (alias Yochanan Rauert), der dank einer besonderen Software und eines tagelang zuvor vorbereiteten „Mapping“, jede Unebenheit der Boulderhalle vermaß und digital katalogisierte. Mittels mehrerer Infrarot-Sensoren, die die Gäste erfasste, änderte sich spontan das Lichtkonzept: Ein Computerprogramm reagierte mit einer jeweils neu abgestimmten Farbmuster genau auf jenen Abschnitt, an dem sich eine erfasste Person befand.

Turntable meets Turnhalle: DJ „Ni No“ aus Osnabrück sorgte für trippigen, wabernden elektronische Klänge, die den Ort, auch akustisch in eine (Klang-)Kulisse verwandelten.

EMAF-Party mal anders: Dem Kunstnamen der Veranstaltung, „Augmountain“, wurde der Abend jedenfalls gemerecht: Denn sowohl für Gipfelstürmer wie Augenmenschen wurde was geboten.