Ai Weiwei ist nicht dabei „China 8“: Ruhrgebiet zeigt Kunst aus China

Von Dr. Stefan Lüddemann | 11.05.2015, 15:37 Uhr

Mit der Ausstellung „China 8“ zeigen neun Museen des Ruhrgebiets von Mitte Mai bis Mitte September Kunst aus China.

Die Ausstellung „China 8“ sei die größte Bestandsaufnahme der chinesischen Gegenwartskunst weltweit, sagte Fan Di’an, Direktor der zentralen Akademie der schönen Künste Chinas. Eine Ausstellung chinesischer Kunst werde in den nächsten Jahren nicht mehr zu sehen sein, so Fan Di’an, Partner des deutschen Kuratorenteams und der Sponsoren. Das Kunstprojekt sei ein wichtiger Baustein des deutsch-chinesischen Dialogs, meint der Kunstfunktionär.

Die Schau, die vom 15. Mai bis zum 13. September 2015 läuft, versammelt Werke von 120 Künstlern in neun Museen in acht Städten des Ruhrgebiets und des Rheinlandes. „Dabei geht es nicht um einen enzyklopädischen Anspruch“, sagte Projektleiter Walter Smerling, Direktor des Museums Küppersmühle in Duisburg. Die Präsentation zeige, in welchem Maß Chinas Künstler heute nicht mehr westliche Kunststile nachahmten, sondern ihre eigene Kunstsprache entwickelten. Alle vom Projektteam ausgewählten künstlerischen Positionen seien von den chinesischen Behörden genehmigt worden.

Mit Ai Weiwei gehört der weltweit bekannteste Künstler Chinas allerdings nicht zum Programm der Ausstellung. Ai Weiwei sei eingeladen worden, habe die Teilnahme aber abgelehnt, so Smerling. Über seine Gründe habe der Künstler nichts gesagt.

„Künstler sind Pioniere. Sie haben ein feines Sensorium für Spannungen - auch die Verspannungen - ihrer Umgebung“, sagte Bodo Hombach, Vorsitzender des Vorstandes der Brost-Stiftung, die das Projekt als Hauptsponsor mit drei Millionen Euro unterstützt. Rüdiger Oppers, Sprecher von Evonik, einem weiteren Sponsor, verwies auf die rasante gesellschaftliche Entwicklung Chinas. Diese Entwicklung werde in den Künsten sichtbar.

Die beteiligten Museen zeigen die Kunst aus China nach künstlerischen Medien sortiert. So sind im Essener Museum Folkwang Fotografien, im Lehmbruck-Museum Duisburg Skulpturen oder in Gelsenkirchen Kalligraphien zu sehen. Zu den weiteren Stationen gehören die Kunsthalle Recklinghausen, das Kunstmuseum in Mülheim an der Ruhr, das Osthaus-Museum in Hagen, das Skulpturenmuseum in Marl und das NRW-Forum in Düsseldorf. Die meisten der beteiligten Museen hatten bereits während des Kulturhauptstadtjahres „Ruhr 2010“ als Museumsverbund Ausstellungen präsentiert.

Info: www.china8.de