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Werden und Vergehen des Lebens

NÄHERN SICH AUS UNTERSCHIEDLICHEN RICHTUNGEN der Genese des Lebens und seiner Vergänglichkeit: Gabriele Waruschewski-Segschneider (links) und Paula Gottschlich.NÄHERN SICH AUS UNTERSCHIEDLICHEN RICHTUNGEN der Genese des Lebens und seiner Vergänglichkeit: Gabriele Waruschewski-Segschneider (links) und Paula Gottschlich.

Zwei Künstlerinnen, ein Thema: Mit der Genese des Lebens und dessen Vergänglichkeit beschäftigen sich Gabriele Waruschewski-Segschneider und Paula Gottschlich in der Ausstellung "Vernetzung", die der Osnabrücker Bund Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK) im Kunstquartier zeigt.

Während die in Wolfenbüttel lebende Paula Gottschlich in ihren Kreidebildern die Körper von Kleinstkindern und Porträts von Erwachsenen abbildet, schafft Gabriele Waruschewski-Segschneider Plastiken aus gefundenem Naturholz. Das bearbeitet sie, indem sie es trocknen lässt, bandagiert, farblich behandelt, Taschen und Höhlen bildet, in denen sie Heu und Stroh deponiert. Die Holzstücke, oft Relikte von Baumfällarbeiten, stehen bei ihr für tote Materie, die organische Verbindung mit Stroh und Heu soll als Symbol für Kraft und neues Leben interpretiert werden. So formulierte es Jürgen Waruschewski während der Ausstellungseröffnung.

In ihrer bildlichen Behandlung der Thematik nähert sich die Osnabrücker Künstlerin an die Arbeitsweise ihrer Kollegin an: Schwarz-Weiß und auf ein Minimum reduziert, zeugen Linien, Halme und zerschnittene Leinwand vom Schaffensprozess und gleichzeitig dessen Zerstörung.

Bedrückend wirken die Zeichnungen Gottschlichs. Sowohl die embryoartigen Kinderkörper mit ihren schemenhaften Antlitzen und verstümmelten Gliedmaßen als auch die gequälten Kreaturen, die die Künstlerin porträtierte, wirken morbide. Mit der selbst entwickelten Mischtechnik, in der die Künstlerin Kreiden verschiedener Fettigkeitsgrade sowie Ei-Tempera und Marmormehl einsetzt, kreiert sie verhuschte Bilder, die eindringlich die menschliche Existenz hinterfragen.

"Mit der zweiten Ausstellung in dieser Produzentengalerie setzen wir unser Bemühen fort, die Vernetzung der bundesweiten BBK-Aktivitäten auch in Osnabrück voranzutreiben", erklärte die Vorsitzende der Osnabrücker BBK-Bezirksgruppe, Renate Michalick. Aus diesem Grund werde das Konzept fortgeführt, mehrere Künstler zu präsentieren, die in ihrem künstlerisch-inhaltlichen Anliegen einen gemeinsamen Bezugspunkt finden.


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