Was taugt „Jumanji 2“? Dwayne bewundert Johnson: „Jumanji 2“



Berlin. Körpertausch-Komödie und PC-Spiel-Parodie: 22 Jahre nach „Jumanji“ kommt ein Remake ins Kino. Dwayne Johnson spielt darin eine Jungen, dessen größtes Glück es ist – Dwayne Johnson zu sein.

Vor 22 Jahren kam das Kinderbuch „Jumanji“ schon einmal auf die Leinwand. Am Donnerstag, 21. Dezember, startet Jake Kasdans Neuverfilmung. Was unterscheidet die Komödie mit Dwayne Johnson von Robin Williams’ klassischem Familienfilm?

„Jumanji 2“: Worum geht es?

Im Geräteraum ihrer Schule entdecken vier Teenager ein altes Computerspiel. Kaum fahren sie es hoch, werden sie in eine fantastische Spielwirklichkeit gesaugt. Bis das letzte Level absolviert ist, stecken die vier nicht nur im Cyber-Dschungel fest, sondern auch in den Körpern ihrer erwachsenen Game-Charaktere: Aus der Streberin wird eine Sexbombe, aus dem Möchtegern-It-Girl ein dicker Mann. Am schlimmsten trifft es allerdings den schlaksigen Nerd, der sich im gestählten Leib Dwayne Johnsons wiederfindet. (Neu auf Netflix: Worum geht es im Will-Smith-Film „Bright“?)

„Jumanji 2017“ vs. „Jumanji 1995“?

Denn wie gerade erst „Baywatch“ ist nun auch „Jumanji“ ein Remake, das sich ausschließlich an Fans des einstigen Wrestlers und Sexiest Man Alive richtet. Wer schon immer davon träumte, sich auf Knopfdruck in 120 Kilo Muskelfleisch zu verwandeln, ist hier genau richtig. Alle anderen sollten sich lieber noch einmal in die erste „Jumanji“-Verfilmung saugen lassen. Damals war alles ganz anders: Statt eines Games gab es 1995 ein Brettspiel. Die Stars hießen Robin Williams und Kirsten Dunst, in einer frühen Kinderrolle. Und die Spieler wurden nicht in den Dschungel katapultiert, sondern, genau andersrum, der Urwald in ihr Leben : Nashörner, Affen und Schlingpflanzen brachen in die Wirklichkeit der Kinder ein und verwüsteten erst ein herrschaftliches Stadthaus und dann die halbe Stadt– was die Effekte auch 22 Jahre danach noch viel attraktiver macht als die aktuellen Bilder. (Trauer um Robin Williams: Zum Nachruf auf den Komiker)

Dwayne bewundert Johnson

Als Körpertausch-Komödie und Computer-Spiel-Parodie akzentuiert Jake Kasdan Neuverfilmung jetzt Ebenen, die in Chris Van Allsburgs zugrunde liegendem Kinderbuch so wenig vorkamen wie im Robin-Williams-Film. Ab und an gelingen Kasdan dabei ein paar gar nicht schlechte Zoten: „Das ist sooooo praktisch!“, ruft zum Beispiel die Beauty-Queen im Männerkörper, als sie zum ersten Mal mit einem Penis pinkelt. Zum Ausgleich muss man dafür ertragen, wie Dwayne Johnson einen Jungen spielt, der nicht glauben kann, dass er auf einmal einen so schön ist wie – Dwayne Johnson: Ungläubig betastet er die Pracht seiner Muskeln, mit glasigen Augen schaut er an sich herab, am Ende will er sich gar nicht mehr zurückverwandeln. Die bizarre Wirkung dieser Szenen ist schwer in Worte zu fassen. Wenn Dwayne Johnson die bewundernden Blicke der Welt weglächelt, kommt er jedenfalls viel charmanter rüber, als wenn er sie imitiert.

Was beide Filme zur Original-Erzählung hinzudichten, ist die Vorgeschichte: Hier wie dort stoßen die Helden auf eine Figur, die schon seit Jahrzehnten im Spiel gefangen ist. In der Neuverfilmung ist das ein starker Trost: Dass wir Zuschauer nur 119 Minuten unseres Lebens in „Jumanji“ vergeuden, lässt sich vor diesem Perspektive gleich viel besser aushalten.

„Jumanji: Willkommen im Dschungel“. USA 2017. R: Jake Kasdan. D: Dwayne Johnson, Jack Black, Karen Gillian, Missy Pile. 119 Minuten. Ab 12 Jahren.


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