Heute im Doodle Studio für elektronische Musik? Was ist das?

Das Kölner Studio für elektronische Musik bekommt ein Doodle zum 66. Geburtstag am 18. Oktober 2017. Screenshot: Google, dabDas Kölner Studio für elektronische Musik bekommt ein Doodle zum 66. Geburtstag am 18. Oktober 2017. Screenshot: Google, dab

Berlin. Vor 66 Jahren wurde das Kölner Studio für elektronische Musik gegründet. Doodle ehrt das Jubiläum am 18. Oktober im Doodle. Aber – was ist das Studio für elektronische Musik eigentlich?

Das Doodle, mit dem Google am 18. Oktober 2017 das Kölner Studio für elektronische Musik feiert, wird bei manchem Nutzer Fragen aufwerfen. Was ist das für eine Einrichtung, deren 66. Gründungstag hier gefeiert wird? Und warum ist sie wichtig?

Was ist das Studio für elektronische Musik?

In den 50er Jahren entstand am Kölner Wallraffplatz ein Labor der Neuen Musik. Im Studio für elektronische Musik fanden Musiker ein breites Instrumentarium für Kompositionen jenseits des Klaviers. Zur Ausstattung gehörten mit dem Monochord und dem Melochord die Urahnen des Synthesizers. Es gab einen Rauschgenerator und den Ringmodulator, der Signale nicht additiv, sondern multiplikativ mischte. Und ein Oszilloskop – zur visuellen Darstellung von Tönen. In dieser Hexenkammer der Musik, schreibt der „Kölner Stadtanzeiger“, wurde die „Idee vom Studio als Instrument geboren, die einige Jahre später Phil Spector, die Beatles, die Beach Boys und auch die Kölner Stockhausen-Schüler Can in die populäre Musik übertrugen“. (Zerg Rush, Tilt und Barrel Roll: Mit diesen Google Easter Eggs bringen Sie Ihre Kollegen zur Verzweiflung)

Wer arbeitete im Studio für elektronische Musik?

Zu den prominentesten Nutzern des Kölner Studios für elektronische Musik zählt der Komponist Karlheinz Stockhausen (1928-2007), der über viele Jahrzehnte hier wirkte, zeitweise auch als künstlerischer Leiter. Mit seinem „Gesang der Jünglinge“ entstand 1955 eins seiner Frühwerke in Köln. Anlässlich der Verleihung des Polar Music Prize führte Stockhausen die Komposition 2001 selbst auf; für alle, die sich einen Eindruck verschaffen möchten, folgt hier das Video.

Besteht das Studio für elektronische Musik heute noch?

Einst eine der Neuen Musik wurde das Studio später nur noch zur Digitalisierung von Tonbändern genutzt; zuletzt war es in Köln-Ossendorf untergebracht. Im Sommer dieses Jahres meldete der WDR, dass das Studio für elektronische Musik ins Kerpener Haus Mödrath umziehen soll, das Geburtshaus Stockhausens. „Nach Abschluss der vollständigen Dokumentation und Digitalisierung der Tonbänder, Bild- und Textoriginale“ so der WDR, soll es hier „für die Arbeit von Künstlern und Wissenschaftlern geöffnet werden.“ (Verbotene Doodles? Die geheimen Regeln der Google-Gags)

Wieso gilt der 18. Oktober als Geburtstag des Studios für elektronische Musik?

Die Geschichte des Studios für elektronische Musik beginnt mit einer schlichten Besprechung in den Räumen des Nordwestdeutschen Rundfunks (NWDR). Am 18. Oktober 1951 diskutierten hier Werner Meyer-Eppler, Robert Beyer, Fritz Enkel und Herbert Eimert über das aktuelle Nachtprogramm zur elektronischen Musik. Als der NWDR-Intendant Hanns Hartmann über das Gespräch informiert wurde, genehmigte er die Einrichtung des Studios. (Google verdoodelt den eigenen Geburtstag – was ist faul daran?)

Quellen: Wikipedia, dpa, WDR, KStA


Das Studio für elektronische Musik machte Köln ab Mitte der 50er Jahre zu einem Zentrum der musikalischen Avantgarde. Stockhausen komponierte hier. Heute ist das Studio in seinem Geburtshaus untergebracht, wo es für wissenschaftliche Zwecke genutzt wird.

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