Kommentar: Mussolini-Rede Nichts verstecken

Von Christine Adam

Rassisten: Adolf Hitler (l) und der italienische Ministerpräsident und Duce Benito Mussolini (r) in einem offenen Wagen auf der Fahrt durch Florenz. Foto: dpaRassisten: Adolf Hitler (l) und der italienische Ministerpräsident und Duce Benito Mussolini (r) in einem offenen Wagen auf der Fahrt durch Florenz. Foto: dpa

Osnabrück. Soll man einen Propagandafilm über Mussolinis Rede zu den faschistischen Rassengesetzen restaurieren und der Öffentlichkeit zeigen – oder besser nicht? Eine ähnliche Debatte ist vor kürzlich in Deutschland über die neue, kommentierte Ausgabe von Adolf Hitlers „Mein Kampf“ geführt worden – ein Kommentar.

In beiden Fällen, damals wie heute, sollte die Antwort „ja“ lauten. Denn so sehr bisweilen jüngeren Generationen das häufige Erinnern an die Nazi-Zeit und den Holocaust auf die Nerven gehen mag: Fatale Kapitel der Geschichte und die Lehren aus ihnen werden zu schnell vergessen.

Das bestätigt der italienische Historiker Marcello Pezzetti, was die rassistischen Gesetze de r Mussolini- Zeit anbelangt. In Europa und nicht nur dort treibt aber gerade ein neuer Rassismus gefährliche Blüten. Dem sollte man die verheerenden Auswirkungen in den 30er- und 40er-Jahren entgegenhalten, und sei es in Form eines Films. Verschweigen und verstecken solcher Dokumente verhindert keinen Rassismus. Doch beizeiten ernsthaft nach seinen Ursachen zu fragen kann bewirken, dass er nicht wie damals zur Staatsdoktrin anschwillt.


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