„Codex Hankelbasticus“ Nur an diesem Wochenende: Wandfüllende Holzschnitte

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Untersuchen den „Codex Hankelbasticus“: die Künstler Renate Hansen und Manfred Blieffert. Foto: Michael GründelUntersuchen den „Codex Hankelbasticus“: die Künstler Renate Hansen und Manfred Blieffert. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Dem „Codex Hankelbasticus“ gehen die Osnabrücker Künstler Renate Hansen und Manfred Blieffert anlässlich ihrer Jahresausstellung auf den Grund: Es handelt sich um eine instabile Angelegenheit.

Es ist vollbracht: Eine ganze Atelierwand füllt der mehrteilige Holzschnitt aus, mit dem Manfred Blieffert sich der Flüchtlingsproblematik widmet. Sobald man das versteckt gelegene Hinterhaus im Katharinenviertel betritt, fällt einem das Werk dominant ins Auge. Eine brennende und eine gestrandete Arche, ein mit Augen gefülltes Schlauchboot, ein Drache, der sich selbst in den Schwanz beißt, eine Brücke ins Nirgendwo, ein stürzender Engel, eine Stadt in Trümmern - symbolträchtig und mit vielen Zitaten aus der Kunstgeschichte gespickt nähert sich der Künstler einem der größten Dramen dieser Zeit. Ob „Das Floß der Medusa“ von Théodore Géricault, oder die von Albrecht Dürer illustrierte, spätmittelalterliche Moralsatire „Das Narrenschiff“ von Sebastian Brant, Blieffert verbindet künstlerisch Geschichte und Gegenwart.

Im Rahmen ihrer traditionellen Jahresausstellung zeigt Blieffert an diesem Wochenende die Arbeit, an der er seit mehreren Jahren arbeitet. 2016 hatte er bereits fertig gestellte Fragmente ausgestellt. Als Arbeitsmaterial diente ihm eine ausrangierte Wendeltreppe. Die alten Treppenstufen aus Mahagoni-Holz funktionierte er zu Druckstöcken um. Neben dem vollendeten Gesamtwerk sind jetzt auch Andrucke, Zustandsdrucke und Frottagen zu sehen, die während der gesamten Schaffenszeit entstanden und mit denen der Künstler die Motive variiert.

Auch Bliefferts Partnerin Renate Hansen beteiligt sich wieder an der Jahresausstellung. Die Natur als Organismus zeichnet sie auf Papier oder eine Adaption der Familienthematik von Käthe Kollwitz. Außerdem zeigt sie Variationen ihrer „Lichtschwimmer“. Die zum Himmel aufstrebenden Astralfiguren beschäftigen Hansen seit mehr als 20 Jahren.

Erstmals haben die beiden Künstler zwei Kollegen eingeladen, sich an der Jahresausstellung zu beteiligen: Jutta Walter ist eine Weggefährtin, mit der Hansen und Blieffert in den 1980er Jahren in Berlin eine Ateliergemeinschaft bildeten und Fritjof Mangerich ist ein Schüler von Renate Hansen, der sich künstlerisch mit der Wechselwirkung von Klang und Wahrnehmung beschäftigt.


Atelier Hansen & Blieffert (Augustenburger Straße 5, Hinterhaus): „Codex Hankelbasticus“ - Jahresausstellung. Sa., 16. September, 18-21 Uhr, und So., 17. September, 11-18 Uhr und nach telefonischer Absprache unter 0541 – 43 32 82.

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