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14.09.2017, 17:21 Uhr KOMMENTAR ZUM MILLIONENDEFIZIT

Kosten und Nutzen der documenta

Kommentar von Ralf Döring

Flickwerk documenta? Bei der Performance „Check Point - Prosfygika“ des Künstlers Ibrahim Mahama aus Ghana nähen junge Menschen mit grobem Faden und dicker Nadel Jute-Säcke zusammen – und zwar auf dem Syntagma-Platz in Athen. Foto: Angelos Tzortzinis/dpaFlickwerk documenta? Bei der Performance „Check Point - Prosfygika“ des Künstlers Ibrahim Mahama aus Ghana nähen junge Menschen mit grobem Faden und dicker Nadel Jute-Säcke zusammen – und zwar auf dem Syntagma-Platz in Athen. Foto: Angelos Tzortzinis/dpa

Wer verantwortet das Millionen-Defizit der documenta? Noch gilt Adam Szymczyk als der böse Bube. Doch womöglich trägt die Politik eine Mitschuld. Ein Kommentar.

Adam Szymczyk gilt als kompromissloser Kämpfer für die Kunst. So einem wäre durchaus zuzutrauen, für die Kunst Finanzlöcher aufzureißen. Was aber, wenn die Politik tatsächlich ihren Anteil an der Misere hätte, wie der Documenta-Chef behauptet?

Sicher ist, dass die Documenta mit 37 Millionen Euro keineswegs üppig ausgestattet war. Wenn die Politik aber lediglich diese Summe zur Verfügung stellt, müssen die Macher der Schau eben mit dieser Summe auskommen – oder zusätzliche Gelder einwerben. Das ist in jedem Kulturbetrieb so.

Nun sind in Kultureinrichtungen, egal welcher Art, knappe Etats nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Das gilt für das kleine Theater, das gilt für die große Documenta. Die Schau trägt aber auch geschätzte 200 Millionen Euro in die Stadt. Vielleicht sollten die Geldgeber mal überlegen, ob sie wirklich genug Geld in die Documenta investiert haben.


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