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16.08.2017, 14:49 Uhr KOMMENTAR ZU DANIEL CRAIG ALS JAMES BOND

Atempause für 007: Vorerst bleibt‘s beim weißen Mann

Kommentar von Daniel Benedict

Daniel Craig bleibt James Bond – und verschafft seiner Produktion mit der Entscheidung eine Atempause in der Diversity-Debatte. Foto: Andy Rain/EPA/dpaDaniel Craig bleibt James Bond – und verschafft seiner Produktion mit der Entscheidung eine Atempause in der Diversity-Debatte. Foto: Andy Rain/EPA/dpa

Berlin. Daniel Craig spielt die Hauptrolle in „Bond 25“. Und verschafft der Produktion damit auf dem Höhepunkt der Diversity-Debatte ein paar Jahre Luft.

In vier Bond-Filmen mit Daniel Craig hat das Autoren-Team den Helden auseinandergenommen – und dann Stück für Stück wieder zusammengesetzt. Samt psychologischer Herleitung aus der Beziehungs- und Familiengeschichte wurde die alte Figur neu begründet – inklusive aller lieb gewonnenen Accessoires und Sidekicks, von Moneypenny bis zum Aston Martin. In „Spectre“ war der Gestus des Bilanzierens und Zusammenführens dann so deutlich, dass man das Projekt am Endpunkt glaubte. Nun dreht Craig doch noch einen „Bond“; vielleicht ja seinen ersten ganz und gar klassischen. (Als wär‘s der letzte Bond-Film: die Abschiedsgsgesten in „Spectre“)

Der Produktion verschafft er damit eine Verschnaufpause: Das Kino steckt tief in der Diversitätsdebatte. Und eine der Fragen mit der größten Symbolkraft lautet: Soll der schöne weiße Mann, der exotische Frauen und Länder seit Jahrzehnten seiner Lust unterwirft, jetzt mal von einem Schwarzen ersetzt werden? Oder von einer Frau? Für ein paar Jahre ist die Entscheidung also aufgeschoben. Und vielleicht macht Craig am Ende ja doch bis zur Rente weiter. Da Blockbuster auch zur Altersdiskriminierung neigen, wäre auch ein ganz, ganz langsam verblassender Bond eine schöne Idee.


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