Bariton mit Faible für Michael Bublé Michael Volle liebt Wagner – „über allem aber steht Bach“

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Bayreuth. Bei den Proben zu „Die Meistersinger von Nürnberg“ geht es heiß her im Bayreuther Festspielhaus. Deshalb kommt Michael Volle, der Darsteller des Hans Sachs, im Sommer-Outfit zum Interview.Er ist bester Laune und lacht oft sein volltönendes, baritonales Lachen: über Fragen zur Sängergesundheit genauso wie über die zu Wagners Höllenritten und Bachs Himmelstönen.

Herr Volle, wir treffen uns mit leichter Verspätung, weil Sie erkrankt waren. Wollen wir über Sängerkrankheiten sprechen?

Wir sind keine Maschinen, und man kann sich nicht abschotten. Ich kann daheim in Quarantäne leben, aber sobald man zu einem Probenort kommt, sei es Bayreuth oder irgendwo anders, kann man sich nicht mehr hundertprozentig schützen. Klimaanlagen im Hochsommer sind tödlich: Ich war gerade in Amerika, da sind die U-Bahnen unfassbar kalt, ganz schlimm! Oder Sie gehen in ein Hotel, wo man die Fenster nicht aufmachen kann: Ohne Klimaanlage kann man nicht schlafen. Will damit sagen: Es gibt saublöde Umstände, und um damit umzugehen, muss man einen Weg finden. Man muss sich stärken; ich schwöre da auf alte Hausmittel: Ingwer. Und Wismut ist gut für den Hals, in welcher Form auch immer. Das sagt auch mein HNO-Arzt, bei dem ich gerade war; jetzt habe ich die Taschen voller Notfallhämmer. Ich hoffe aber, sie nicht einsetzen zu müssen.

Ist man in Bayreuth eher gewillt, an die Grenzen oder darüber hinaus zu gehen, als in anderen Opernhäusern?

Man darf nie über seine Grenzen gehen. Nie! Man muss beim Proben, beim Warmsingen, an seine Grenzen stoßen, muss in seiner Laufbahn die Grenzen ausloten. Aber man braucht immer Luft, in jeder Hinsicht: nach oben oder unten, sei es, dass man so hoch oder so tief wie möglich singt, obwohl man die absoluten Höhen oder Tiefen beim Singen gar nicht braucht. Man braucht genug Luft, um weitersingen zu können, auch wenn man schon fertig ist. Denn wenn man Grenzen erreicht, erzeugt das eine negative Spannung, die sich auf den künstlerischen Prozess auswirkt, und das ist nie gut. Die Stimmbänder sind irreparabel; wenn die mal im Eimer sind – basta. Man kann nicht einfach eine neue Sehne, einen neuen Knochen einsetzen. Das ist das Heikle an diesem besonderen Instrument.

Weshalb Sie Ihre Stimme pflegen und beim HNO-Arzt ihres Vertrauens waren. Jetzt sind Sie zurück am Grünen Hügel – wie ist die Stimmung im „Meistersinger“-Team?

Wir alle haben selten so etwas erlebt wie bei den „Meistersingern“: ein hyperharmonisches Ensemble in jeder Hinsicht! Das war von Anfang an so, von der musikalischen Seite mit Philipp Jordan und seinen wunderbaren Assistenten, von Regisseur Barry Kosky: Harmonie pur. Klar wird es Stress geben, wenn wir in der letzten Probenwoche auf die Bühne gehen, wenn Kostüme, Orchester, Licht, die spezielle Bayreuther Bühnenakustik dazukommen. Aber wir funktionieren gut miteinander und sind alle sehr zuversichtlich, dass wir diese – ganz normale – Stressklippe gut umschiffen und bis zur Premiere am 25. Juli zu einem guten Ergebnis kommen werden.

Wie verbringen Sie ihre Zeit jenseits der Proben hier? Hat Bayreuth Urlaubscharakter?

Der Hans Sachs ist die allergrößte Partie, die es für mein Stimmfach gibt. Und weil wir einen Hochleistungssport betreiben, wo Muskeln sehr in Beschlag genommen werden, bin ich nach den Proben hundemüde. Dazu kommt, dass Kosky nicht nur sängerisch, sondern auch mental und körperlich sehr viel verlangt. Es wird sehr viel choreografiert; im ersten Akt bin ich vom ersten Ton der Ouvertüre bis zum Schlussakkord auf der Bühne. Zudem funktioniert vieles von dem, was Kosky inszeniert und choreografiert nur, wenn es perfekt ist. Das zu erreichen, ist erschöpfender als eine Riesenarie zehn Mal hintereinander zu singen. Daher ist die Erschöpfung sehr groß, und ich bin nun niemand, der einen Ausgleich sportiver Art macht. Ich haue mich vor den Fernseher oder fahre mal heim nach Berlin, um mich bei meiner Familie zu erholen. Wobei es mit zwei kleinen Kindern und einem Haushalt kein Laissez-faire gibt.

Sie haben in der „Meistersinger“-Inszenierung von Katharina Wagner den Beckmesser gesungen. Warum gab es danach so eine lange Bayreuth-Pause?

Nach zwei Jahren fand ich, das war genug. Danach gab es keine anderen Angebote. Leider habe ich neben dem Sachs keine anderen Rollen hier, aber das kann ja noch kommen. Den Sachs hier zu singen ist ja schon etwas Besonderes. Zwar ist Bayreuth nicht mehr der Nabel der Wagner-Welt; es gibt andere Orte, national und international, wo man Wagner auf höchstem Niveau erlebt. Aber nirgendwo gibt es so ein Haus wie Bayreuth. Und auch wegen der Probensituation und der familiären Atmosphäre ist es etwas ganz Besonderes, hier zu singen.

Wenn Sie die beiden Figuren Beckmesser und Hans Sachs vergleichen: Wen haben Sie lieber?

Ich habe nur zwei Inszenierungen der „Meistersinger“ gesungen: Mitte der 2000er-Jahre In Zürich und 2007/2008 hier in Bayreuth mit Katharina Wagner und Sebastian Weigle. Ich will keine Sekunde, keine Vorstellung meines „Beckmessers“ missen. Aber die Partie ist etwas völlig anderes als der Hans Sachs: Der Sachs ist ein Quantensprung, qualitativ wie quantitativ. Ich werde oft gefragt, ob ich den Beckmesser noch einmal singen würde: Nie mehr. Wenn man einmal den Hans Sachs gesungen hat, singt man keinen Beckmesser mehr. So schön es ist.

Nun sind die „Meistersinger“ politisch heikel; der „welsche Tand“ und die „heil‘ge deutsche Kunst“ rücken die Oper und die Figur des Hans Sachs für viele nach rechts außen. Wie gehen Sie damit um?

Das ist immer das Problem...

...gerade hier in Bayreuth.

In Deutschland sowie so und hier natürlich noch mehr, klar. Ich habe mich dieses Jahr durch meinen Freund, den Musikwissenschaftler Jens Malte Fischer, richtig mit der Frage Wagner und Antisemitismus beschäftigt. Natürlich kannte ich das Problem, aber durch die intensive Auseinandersetzung bin ich doch zutiefst erschrocken. Das ist ein Fakt und wird nie verschwinden, so, wie die Schuld unauslöschbar bleiben wird für das, was Menschen in den vorangegangenen Generationen in Deutschland gemacht haben. Aber: Barry Kosky, jüdischstämmiger Australier, hat sofort von Anfang an gesagt, Wagner hat Auschwitz nicht verursacht. Wagner wurde ge- und missbraucht, wie vieles andere auch. Er hat den Nazis Steilvorlagen gegeben, unentschuldbar, aber nicht wissend, was kommen würde. Doch bei allem Widerspruch, den man dem Menschen Wagner entgegenbringen kann und muss, glaube ich nicht, dass dieses „Deutsche“ hier nationalistisch gemeint war. Es ging Wagner um die Kunst an sich – was ein wichtiger Pfeiler in Barry Koskys Inszenierung sein wird: Wer beurteilt Kunst, wie rechtfertigt man sich? Das widerspricht dem nationalistischen Gedanken: Man kann Kunst nicht geografisch auf einen kleinen Flecken fixieren. Das ist ja die große Chance in unserer verrückten Welt: In unserem Beruf spielen Grenzen keine Rolle mehr. Ich trete nicht irgendwo als Deutscher auf, sondern ich bin Sänger und treffe Leute aus allen Erdteilen und Ländern, und es funktioniert, egal, woher man kommt.

Hat Bayreuth nicht trotzdem, gerade mit den „Meistersingern“, eine besondere Verantwortung? In den Kriegs-Festspielen ist diese Oper ja geradezu zur Durchhalteparole geworden.

Natürlich. Gut – die jetzige Generation kann auch hier nichts für die Verfehlungen der Verfahren. Die „Meistersinger“ sind ein Kulturgut, das gepflegt werden muss. Nicht unkritisch; man kann in dieser Beziehung nie genug tun. Diejenigen, die all das noch erlebt haben, sterben aus. Damit verlieren wir für die junge Generation die Chance, dass Augenzeugen noch berichten von diesen unfassbaren Verbrechen. Umso mehr muss man aufarbeiten, und da stehen natürlich Bayreuth und die Familie Wagner in der Pflicht. Ich hoffe, dass sie sich dieser Pflicht auch stellen.

Relativ kurz nach den Bayreuther Festspielen singen Sie beim Musikfest Bremen mit der Akademie für Alte Musik Bach-Kantaten. Ist das der musikalische Himmel nach Wagner‘schen Höllenritten?

Als ich groß geworden bin und zu Beginn meiner Sängertätigkeit Mitte der 80er-Jahre gab es nur Barock. Das hat mein Vater so gewollt, und so bin ich mit Bach, Schütz und Händel aufgewachsen.

Das Erbe des evangelischen Pfarrhauses?

Ich bin unendlich dankbar, dass ich so von Musik umgeben groß geworden bin. Bach ist sowieso das A und O; daheim brauche ich morgens meinen Bach. Die Kinder sagen dann schon, ah, jetzt kommt wieder Papa-Musik. Wunderbar!

Sie stehen also morgens auf und hören erst einmal eine Bachkantate?

Ich bin zwar weitab des klassischen Religionsverständnisses. Aber es hat mich geprägt, und Bach ist da eine ganz große Säule und Stütze. Wagner war zu Hause unbekannt, schon Mozart war nichts! Das habe ich mir danach alles erarbeitet, weil ich natürlich als Sänger damit konfrontiert worden bin. Wagner, gerade der Hans Sachs, ist das Non plus ultra, sowohl musikalisch als auch vom Charakter und vom Erleben eines solchen Abends, egal in welcher Inszenierung. Über allem aber steht Bach.

Wie kam es dann zu der Zusammenarbeit mit der Akademie für Alte Musik?

Es gibt von Bach drei Bass-Solokantaten, die ich unbedingt machen und auf Platte aufnehmen wollte. Nicht, um Geld zu verdienen, sondern aus Spaß an der Freude und weil die Musik so etwas wie mein privater Altar, mein privater Gottesdienst ist. Die Tochter meines alten Musiklehrers aus dem Internat, die fantastische Geigerin Christine Busch, hat mir für ein Konzert ein Ensemble zusammengestellt, ich wollte das aber weiter machen. Deshalb habe ich bei der Akademie angerufen, und – Schicksal! – die hatten auch gerade über mich gesprochen. Im letzten Oktober haben wir die Platte aufgenommen, und jetzt versuchen wir, so oft wie möglich Konzerte zu spielen.

Welche Rolle spielt die Konzerttätigkeit für Sie?

Oper liebe ich über alles, und das beschäftigt mich zu 80, 85 Prozent meines Sängerlebens. Aber Liederabende schätze ich auch über alle Maßen, zumal ich mit Helmut Deutsch einen der besten Begleiter und inspirierendsten Kollegen habe – wunderbar! Ich liebe es auch, Mendelssohns „Elias“ oder „Paulus“ zu singen, Mahler-Orchesterlieder, Haydns „Schöpfung“ und Bach rauf und runter. Alles zusammen, möglichst vielfältig! Auf der Opernbühne singe ich auch nicht nur die Hämmer von Wagner oder Strauss, sondern, Gott sei Dank, mehr denn je Italiener: den Scarpia in der „Tosca“, ich werde „Otello“ an der Met singen, „Nabucco“, nächstes Ostern „Falstaff“ mit Barenboim. Das ist wichtig für die Stimmhygiene. Gleichzeitig bin ich so glücklich - nicht stolz! – , dass mir Bach besser denn je gelingt. Mozart kriege ich ja leider nicht mehr angeboten, Giovanni oder Figaro, obwohl ich das nicht nur wahnsinnig gerne sofort machen würde, sondern vielleicht sogar besser als je zuvor könnte. Man muss dafür die Stimme sehr pflegen, muss lernen mit ihr umzugehen, sie gesund zu halten. Da kommt dem Lied wieder eine besondere Rolle zu: Das ist das Schwerste, weil Du so nackt und bloß bist. Du hörst jeden Kratzer auf der Stimme, du hast keine Kulissen, keine Kostüme, keine Aktion, du stehs da mit dem Klaviermusst die Leute fesseln mit dieser grandiosen Musik.

Es wird der Oper und der Hochkultur oft vorgeworfen, sie erreiche das breite Publikum nicht. Opernhäuser reagieren darauf mit Kinoübertragungen und Public Viewing. Geht das in die richtige Richtung?

Das „gemeine Volk“ kam zu Mozarts Zeiten ins Theater an der Wien und zu Shakespeares ins Globe Theatre. Bevor das Bürgertum erstarkte, war Musik an Höfe und Kirchen gebunden; die waren ja auch die Mäzene. Aber die Kunst ist nicht für einen Teil, sondern für die ganze Menschheit geschaffen. Ob die Menschen das annehmen, hängt allerdings von der Fähigkeit ab, sich darauf einzulassen. Leider hat in den letzten Jahrzehnten, auch durch die Medien, eine Volksverdummung eingesetzt, gekoppelt mit Entwicklungen der Arbeit, der Gesellschaft, die der Bereitschaft, sich auf eine Oper oder ein klassisches Konzert einzulassen, nicht förderlich sind. Nun kann keine Übertragung auf eine Leinwand oder im Fernsehen das sinnliche Erleben in einem Opernhaus ersetzen, egal ob mit 400 Plätzen oder mit 4000. Die Stimmung, die Gerüche, die Geräusche, das dreidimensionale Erleben: Das ist etwas ganz anderes. Aber nicht jeder kann sich das leisten. Wenn zwei Menschen in New York in die Met gehen, geben sie mit Fahrt, Eintritt, Parkgebühren 600 bis 700 Dollar aus. Nun übertragen die Met und andere große Häuser Vorstellungen in hoher Qualität in Kinos, und das kostet dann nur 60 Dollar. Gut, du hast dann nur die Zweidimensionalität, aber besser als gar nichts. Andererseits hat die Met mit ihren knapp 4000 Plätzen mittlerweile Schwierigkeiten, sich zu finanzieren – das ist eine ganz heikle Sache. Aber wenn man durch eine Übertragung Menschen heranführt, junge Menschen, Menschen jedweder Schicht, und wenn zwei oder drei ihr Erweckungserlebnis haben, dann ist doch etwas erreicht. Aber das wird schwierig, die Begeisterung für dieses Genre zu erhoder neu zu wecken. Ich beneide die Verantwortlichen da überhaupt nicht.

Sie lieben auch Rock und Pop – was sind ihre Favoriten?

The Beatles. Ich bin Jahrgang 1960, das jüngste von acht Kindern, und einer meiner Brüder, Albrecht, wäre locker als Bruder von Paul McCartney durchgegangen. Ich liebe diese Musik! Im zeitgenössischen Rock und Pop kenne ich mich nicht so gut aus, aber ich liebe Adele, weil sie eine geile Stimme hat und ganz tolle Lieder macht. Von Michael Jackson bin ich ein Riesenfan; ich habe ihn sogar einmal live gesehen. Was er mit seiner Ministimme gemacht hat, ist sensationell; er war ja ein Katalysator und Erneuerer. Freddy Mercury, Elvis, Diana Krall: Mir gefallen Stimmen. Und ich versuche, in jedes Konzert von Michel Bublé zu gehen; bei seinem Groove und Swing werde ich ganz schwach. Mit einem Freund war ich jetzt in New York auch in ein paar Jazzkneipen – je wilder es wird, desto schneller gehe ich wieder raus. Ich brauch‘s harmonisch. Manchmal laut, aber ich bin eher der lyrische Softie und mag Moll lieber als Dur.

Und wie sieht für Sie ein perfekter Urlaubstag aus?

Das ist derzeit noch bestimmt durch Kinder. Aber Urlaub soll Urlaub sein! Unser Beruf ist ja sehr instabil; man ist viel unterwegs. Im Urlaub will ich dann zur Ruhe kommen. Das kann ich auch daheim, aber manchmal ist es gut, rauszukommen, ans Meer oder in die Berge. Wichtig ist: Einfach genießen! Das Handy weglegen und die Noten weit weglegen, und ein paar Tage gar nichts machen und den Kopf lüften. Und den Bauch füllen – was wiederum zum Problem wird, weil man den dann wieder nicht wegkriegt. Egal!

Wie halten Sie sich fit für die Bühne?

Ich fühle mich sehr jung, das liegt vielleicht auch an meiner jungen Familie. Aber ich gehe auf die 60 zu und merke das. Ich hatte unlängst das Vergnügen, den Papageno wieder zu singen, und ich war sehr glücklich, weil ich das über alles liebe. Aber das ist nun keine Steh-Partie, ich hab‘s mit den Knien, und da komm ich schon außer Puste. Leider bin ich kein konsequenter, sportiver Mensch; da sollte ich gucken, dass ich fit bleibe für die nächsten 10, 15 Jahre oder wie lange auch immer ich noch singen werde. Den Verfall des Körpers kann man nicht aufzuhalten, aber man kann sich fit halten, damit man so lange wie möglich machen kann, was man machen will. Schau mer mal! Meine Frau ist auch faul, so wie ich – das ist dann schwierig. Aber wir arbeiten daran, und die Kinder werden uns in den Hintern treten; die wollen sich bewegen, und das ist auch gut.


Michael Volle wird 1960 in Freudenstadt am Rand des Schwarzwalds als Sohn eines Pfarrers geboren. Er beginnt, Geige und Bratsche zu lernen, nimmt ein Pädagogikstudium auf; wie er sagt, „aus Verlegenheit“. Die wahre Berufung wird schließlich doch der Gesang: Er studiert bei Josef Metternich und Rudolf Piernay, gewinnt unter anderem den Gesangswettbewerb „Neue Stimmen“ in Gütersloh. Sein erstes Engagement hat Volle am Nationaltheater Mannheim, es folgen Bonn, Düsseldorf, Köln, München, Zürich, Berlin. Er hat dort nahezu alles gesungen, was für einen Bariton infrage kommt: Mozart, Verdi, Puccini und natürlich Wagner. Dabei bezeichnet er sich als Spätzünder, seine Karriere kommt erst mit Ende 30 so richtig in Schwung. Ein Durchbruch gelingt ihm 2007 bei den Bayreuther Festspielen: In Katharina Wagners Inszenierung der „Meistersinger von Nürnberg“ überzeugt Michael Volle sängerisch wie darstellerisch als Sixtus Beckmesser. In dieser Spielzeit kehrt Volle zurück an den Grünen Hügel, wieder mit den „Meistersingern“, aber diesmal als Hans Sachs. Ansonsten ist Volle auf den großen Bühnen der Welt unterwegs, vorrangig in Opern von Wagner und Strauss, mehr und mehr aber auch mit Rollen in Verdi- und Puccini-Opern. Zur Ruhe kommt er mit seiner Familie: Er ist mit der Opernsängerin Gabriela Scherer verheiratet, mit der er zwei Kinder hat.

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