Zotteliges aus Hollywood „Gorillawood“: Männer, die sich zum Affenmachen

Harpo Marx an der Harfe mit Gorilla aus dem Jahre 1939. Foto: imago/EntertainmentPicturesHarpo Marx an der Harfe mit Gorilla aus dem Jahre 1939. Foto: imago/EntertainmentPictures

Osnabrück. In „Gorillawood“ widmet sich Autor Ingo Strecker Hollywood-Schausielern in Tierkostümen.

Ein Buch nur über Männer, die in Gorillakostümen steckten? Die meist in B-Filmen als Zirkus-, Urwald- oder Monster-Affe auftraten? Wer auf die Idee kommt, acht Jahre lang nach sechs Darstellern zu recherchieren, die zwischen 1928 und 1968 in unzähligen Filmen als Gorilla auftraten, der muss schon viel Liebe zum Objekt aufbringen. Ingo Strecker hatte sie. Sein nun erschienenes Buch „Gorillawood“ beschreibt auf über 500 Seiten Leben und Werk von sechs Schauspielern, die in ihren zotteligen Kostümen mal schöne Frauen raubten, Komikern wie Laurel & Hardy oder den Marx-Brothers die Schau stahlen, oder „Tarzan“ im Urwald bedrohten. 

Die „Ape Men“ hießen Charles Gemora, Ray Corrigan, Emil Van Horn, Art Miles, Steve Calvert und George D. Barrows. Ihnen hat Strecker dieses Buch gewidmet, sie zugleich dem Vergessen entrissen. Textlich ein fesselnder Schmöker, optisch ein echter Augenschmaus mit Plakaten, Szenen- und Setfotos, berichtet Strecker höchst liebevoll von einer Zeit, als Gorillas noch nicht am Computer entstanden, aber schon damals die Leinwand eroberten.

 

Mehr als ein Buch für die Rubrik „Raria et Varia“, ist dies seit langem eines der schönsten Filmbücher über das klassische Hollywood. Zumal es neben bekannten Klassikern vor allem auch jene B-Filme beschreibt, die in der Filmliteratur zu oft untergehen. Ergänzt wird das Ganze zudem durch eine Liste verfügbarer DVDs, die selbst obskure Titel wie „Panther Girl of the Kongo“ oder „Bela Lugosi Meets a Brooklyn Gorilla“ auflistet. Ein spannendes Kapitel aus der Traumfabrik.


Ingo Strecker: „Gorillawood“. Tredition-Verlag (Edition Buio Omega), 515 Seiten. Paperback: 34,80 Euro; Hardcover: 44,80 Euro.

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