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18.07.2017, 06:00 Uhr 200. TODESTAG DER AUTORIN

Gegen Vorurteile: Jane Austens Kampf für die Frauen

Kommentar von Dr. Stefan Lüddemann

Selbst ist die Frau - auch zwischen zwei Männern: Im Kinofilm „Geliebte Jane“ verkörpert Anne Hathaway (Mitte) die junge Jane Austen. In dieser Szene wird sie von den beiden Widersachern Tom Lefroy (l, James McAvoy) und Mr. Wisley (Laurence Fox) zum Tanz geführt. Der Film startete 2007 in den Kinos. Foto: dpaSelbst ist die Frau - auch zwischen zwei Männern: Im Kinofilm „Geliebte Jane“ verkörpert Anne Hathaway (Mitte) die junge Jane Austen. In dieser Szene wird sie von den beiden Widersachern Tom Lefroy (l, James McAvoy) und Mr. Wisley (Laurence Fox) zum Tanz geführt. Der Film startete 2007 in den Kinos. Foto: dpa

Osnabrück. Jane Austen hat Frauen Freiheitsräume erobert. Das verleiht ihren Romanen zu jeder Zeit Aktualität.

Seichte Schmonzette oder brillante Gesellschaftsanalyse? Jane Austens Romane sind lange kritisch beäugt worden. Während Millionen Leserinnen und Leser ihre Bücher lasen und Filmregisseure nach „Stolz und Vorurteil“ oder „Mansfield Park“ Kinofilme in Serie drehten, verdächtigten viele Kritiker Jane Austen immer noch der literarischen Trivialität. Hier weiterlesen: Vor 200 Jahren starb Jane Austen.

Dabei war die Autorin zur Goethezeit schon unerhört modern. Sie blickte tief in die Seelen ganz normaler Menschen, nahm ihre Suche nach Glück und Erfüllung ernst und führte vor allem vor, wie Gesellschaft funktioniert – als Spiel mit Rollen und Konventionen. Glück will erobert werden, auch gegen soziale Widerstände. Hier weiterlesen: „Love & Friendship“ - elegante Jane Austen-Verfilmung.

Heute wird Jane Austen ernst genommen. Man muss sie nicht gleich für die erste Feministin halten. Austen imponiert auch so als Vorbild für schreibende Frauen von Virginia Woolf bis Simone de Beauvoir, die kritisch analysiert haben, welche Optionen sich Frauen eröffnen und welche ihnen verschlossen bleiben. Mit Jane Austen beginnt ein Kampf um Selbstbestimmung, auch eine Diskussion darum, wie Frauen frei sein und bleiben können. Umso wichtiger ist es jetzt, an ihren Jahrestag zu erinnern.


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