Präsentation in Versmold Kunstmäzen Risken eröffnet Ausstellungsreihe

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lü Versmold. Kunstmäzen Heinrich W. Risken zeigt seine Sammlung in Einzelausstellungen. Der Start ist in Versmold.

Vom Riesenformat ins Kunstkabinett? So wirkt der Weg, den Kunstmäzen Heinrich W. Risken jetzt einschlägt. Risken will die hohen Kosten für die „lichtsicht“-Projektionsbiennale in Bad Rothenfelde nicht mehr bestreiten. Deren sechste Biennale, die vom 29. September 2017 bis zum 28. Januar 2018 als Retrospektive auf das Kunstformat ausgerichtet werden wird, soll die letzte Ausgabe sein. Stattdessen gibt es nun Präsentationen aus der Kunstsammlung der Risken-Stiftung. Hier weiterlesen: Ende für die „lichtsicht“? - Mäzen Risken gibt kein Geld mehr.

Abschied von der „lichtsicht“

Die Projektionen der „lichtsicht“ fluteten über die Hunderte Meter langen Gradierwerke in Bad Rothenfelde. Mit der ersten Ausgabe der Sammlungspräsentationen hat sich Risken nun auf den zwischen Feldern und Wiesen gelegenen Hartmannshof in Versmold zurückgezogen. Wer die erste Ausstellung der neuen Reihe besuchen will, kann dies nur im Rahmen einer immerhin 80 Euro teuren Gruppenführung zu eingeschränkten Besuchszeiten tun. Das große Publikum wird sich da von vornherein nicht angezogen fühlen.

Kontraste in der Auswahl

Zum Auftakt präsentiert Paul Anczykowski als Kurator eine Künstlerauswahl, die kontrastreicher kaum sein könnte. Die beiden – übrigens im gleichen Jahr 1939 geborenen – Maler Gunther Keusen und Theo Kuijpers profilieren sich mit denkbar unterschiedlichen Positionen. Hinzu kommt ein kleines Ensemble von Werken allerspätester Fluxuskunst, die meist um 1990 entstanden ist. Im Mittelpunkt steht dabei sicher die Monitorskulptur „TV Cello“ von Medienkünstler Nam June Paik. Hier weiterlesen: Zehn Jahre „lichtsicht“ - Retrospektive zum Jubiläum.

Keusen und Kuijpers

Mit großen Blöcken beherrschen jedoch Keusen und Kuijpers die Präsentation. Keusen, der an der Kunstakademie Münster wirkte, zeigt seine Bilder aus Saft und Blüten des Holunderstrauches, Kuijpers seine raumgreifenden Materialbilder aus Holz, Metall und Stoffen. Naturlyrik gegen Konstruktion? Ein wenig schon.

Manfred Schneckenburger, der „lichtsicht“-Kurator und zweimalige Documenta-Leiter, sollte eigentlich in die Ausstellung einführen. Seinen Text verlas aber Kurator Hermann Nöring. Schneckenburger war versehentlich in den Zug nach Frankfurt gestiegen. Gleichviel, die Kunstwelt findet man überall – am Main ohnehin und nun auf die eine oder andere Weise auch in Versmold.


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