Schutz für kulturelle Vielfalt „Tag der Musik“ in Osnabrück nimmt Kulturarbeit in den Blickpunkt


Osnabrück. Was wird aus einem Gartenschlauch, einem Papiertrichter und einem Babyschnuller? Richtig, Musik! Zum bundesweiten „Tag der Musik“ hat sich die städtische Musik- und Kunstschule in der Osnabrücker Innenstadt mit verschiedenen Konzerten und Mitmachaktionen präsentiert.

Das selbst gebaute Schlauchhorn ist nur eine der Aktionen, mit denen die städtische Musik- und Kunstschule zum „Tag der Musik“ die Innenstadt in eine Klanglandschaft verwandelte. Am Ledenhof, am Adolf-Reichwein-Platz, auf dem Marktplatz und im Stadtgaleriecafé traten zwischen 10 und 17 Uhr die unterschiedlichsten Solisten und Ensembles auf, unter anderem die Hornguppe, das Blasorchester, die Blechreiz-Bigband, BlasStars, die Percussionklasse der Wittekind-Realschule, die Sambagruppe, ein Saxophonquartett, verschiedene Bands sowie das Streichorchester „Das kleine Sägewerk“.

Keine Altersgrenzen

Auf der Bühne am Ledenhof lockte die dreiköpfige Nachwuchsband „Cre8“ mit ihrer einfühlsamen Mischung aus Pop und Rock sogar einige Bewohner des Seniorenheims „Haus Ledenhof“ vor die Tür. Dass Musik keine Altersgrenzen kennt, bewies auch die Big Band „Konfusion“ auf dem sich allmählich füllenden Marktplatz. Die Musiker im Alter von „50 plus minus“, wie Bandleader Uwe Nollop es scherzhaft formulierte, spielten Klassiker wie „Beyond the Sea“ oder „How High the Moon“. Auch die jüngsten Musikfans kamen auf ihre Kosten. Trotz einsetzenden Nieselregens lauschen die Kinder im Vorschulalter auf dem Spielplatz am Adolf-Reichwein-Platz, als das Triangelzeichen erklingt und die Mitmachgeschichte „Kritzelprinz und Klecksprinzessin“ beginnt, die unter anderem von Clara und Caroline (beide 8) vierhändig am Klavier begleitet wird. Außerdem dürfen Blasinstrumente ausprobiert und aus Gartenschläuchen oder Strohhalmen selbst gebastelt werden.

Zeichen setzen

Mit dem „Tag der Musik“ ruft der Deutsche Musikrat bereits zum neunten Mal Musizierende in ganz Deutschland dazu auf, ein Zeichen für den Schutz und die Förderung der kulturellen Vielfalt in Deutschland zu setzen. Das diesjährige Motto „Musiklandschaften: Orchestergipfel“ soll vor allem die Kulturarbeit vor Ort in den Blickpunkt der politischen und medialen Öffentlichkeit rücken. Beteiligen können sich verschiedenste Institutionen, von allgemeinbildenden Schulen bis hin zu Opernhäusern. Die städtische Musik- und Kunstschule, die sich in ihrem Leitbild unter anderem der Begegnung von Kulturen und Generationen verschreibt, zeigt in ihrem Programm zum „Tag der Musik“ eine große Bandbreite in Stil und Altersklassen. Nachdem die Veranstaltung in den vergangenen Jahren „ins Wasser gefallen“ war, wie eine Mitarbeiterin erzählt, blieb das Wetter diesmal immerhin trocken.

Mit dem schmissigen Ausruf „Und Schluss!“ endet ein Stück der Percussionklasse der Wittekind-Realschule am Ledenhof zur Mittagszeit. Schluss ist da aber noch lange nicht. Bis 16 Uhr dauerte das musikalische Programm am Samstag. Als Fortsetzung spielte außerdem am Sonntag um 17 Uhr in der St. Bonifatius in Widukindland das Blockflötenensemble unter der Leitung von Klaus Moneke.


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