Böse Horror-Farce „Das Belko-Experiment“ setzt Werte außer Kraft

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Osnabrück Die abgrundtief böse Horror-Farce „Das Belko-Experiment“ stellt unser scheinbar selbstverständliches Wertesystem auf den Prüfstand einer Extremsituation.

Noch ahnen die Mitarbeiter der Firma Belko Industries nicht, worum es ihrem Arbeitgeber tatsächlich geht. Wie gewohnt trotten der mittlere Angestellte Mike Milch ( John Gallagher) und seine Kollegen in ihrer abgelegenen Zweigfiliale in Bogotá, Kolumbien, durch ihren typischen Büroalltag.

Doch als das Gebäude plötzlich hermetisch abgeschottet wird und eine unsichtbare Stimme Ungeheuerliches fordert, dämmert ihnen, dass sie nur Versuchspersonen eines perfiden Experiments sind. Wenn nicht innerhalb von 30 Minuten zwei Mitarbeiter tot sind, werde das böse Konsequenzen haben. Noch nimmt niemand diese Forderung ernst. Bis vier Köpfe explodieren. Die Implantate, die die Mitarbeiter vor Entführungen schützen sollten, entpuppen sich als Bomben. Dann erhöhen die Erpresser ihre Forderungen.

„Das Belko-Experiment“ ist eine bitterböse und abgrundtief zynische Horror-Farce, die dem Menschen nichts Gutes unterstellt, wenn er einer Extremsituation ausgesetzt ist. James Gunn, der zuletzt mit seinem Drehbuch zu „Guardians of the Galaxy 2“ die Kinogänger zum Lachen brachte, schuf die düstere Vorlage zum „Belko-Experiment“ bereits vor rund acht Jahren.

Regisseur Greg McLean hat aus diesem Szenario, das unser scheinbar selbstverständliches Wertesystem als äußerst zerbrechlich beschreibt, einen bedrohlichen Horrorfilm gemacht, der mit einfachen Mitteln seine volle Wirkung entfaltet. Als sei die pessimistische Grundstimmung nicht bitter genug, stellt der Film am Ende auch noch die Zuschauer auf die Probe. Vermittelt Rache nicht ein gutes Gefühl?


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