Auch bei Lichtsicht-Biennale Lichtkunst und Bühne: Künstlerin Rosalie gestorben

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Stuttgart. Die Künstlerin Rosalie ist am 12. Juni 2017 in Stuttgart verstorben. 2015 war sie mit ihrer Videoinstallation „Marathon der Tiere“ an der „lichtsicht“-Biennale in Bad Rothenfelde beteiligt.

Sie ließ ihre knallbunten Figuren an Fassaden klettern, schuf bildstarke Bühnenbilder für den Bayreuther „Ring“ oder flutete das Bad Rothenfelder Gradierwerk zur „lichtsicht“-Biennale mit ihrer Videoarbeit „Marathon der Tiere“: Rosalie bewegte sich mit nie versagender Inspiration sicher im Grenzbereich von Kunst und Bühnengestaltung. Am 12. Juni 2017 ist die Künstlerin im Alter von 64 Jahren in Stuttgart gestorben. Das meldet die Oper Leipzig, an der Rosalie zuletzt Bühne und Kostüme für eine neue Inszenierung der Oper „Salome“ von Richard Strauss gestaltet hat. Die Premiere am 17. Juni 2017 findet nun ohne die Künstlerin statt. Hier weiterlesen: Zehn Jahre „lichtsicht“ mit einer Retrospektive.

Eigenes Markenzeichen

Starke Farben, klare Formen, große Formate: Die 1953 in Gemmrigheim als Gudrun Müller geborene Künstlerin, die sich selbst „rosalie“ nannte, kreierte Gestaltungen, die alle Begriffe von reiner oder angewandter Kunst hinter sich ließen und einen eigenen Bereich der bildstarken Fantasie eröffneten. Die in Stuttgart ausgebildete Künstlerin arbeitete seit 1979 freischaffend und fand schnell zu bildmächtigen Raumgestaltungen als ihrem Markenzeichen. Dabei kreierte sie von Anfang an Plastiken im Außenraum und Bühnenbilder nebeneinander.

Figuren an Fassaden

So einprägsam wie Signets im Stadtraum wirkten etwa ihre „Flossi“-Skulpturen, die sie in mehreren Städten wie Düsseldorf oder Heilbronn an Gebäudefassaden emporklettern ließ. Rosalies überdimensionale Hasen hüpften über Gartenschauen, ihre knallbunten „Lippen“ schwebten über öffentlichen Plätzen. Gerade das ganz große Format ließ sie nicht verzagen, sondern spornte sie zu gestalterischen Höchstleistungen an. Das bewies sie auch 2015, als sie bei der fünften Ausgabe der „lichtsicht“-Biennale für Projektionskunst in Bad Rothenfelde die Bilder ihrer Videoarbeit „Marathon der Tiere“ über die riesigen Gardierwerke fluten ließ. Hier weiterlesen: Studiernde aus Offenbach bei der „lichtsicht 5“.

Arbeit für die Elbphilharmonie

Ob Außenraum, Theater oder große Gebäude - alles avancierte für Rosalie zur Bühne. Wie gut ihr der Ausgriff ins große Format immer wieder gelang, bewies sie nicht zuletzt mit ihrer Einrichtung des Bayreuther „Rings der Nibelungen“, der von 1994 bis 1998 unter der Leitung von Stardirigent James Levine im Festivalprogramm war. Eine enge Zusammenarbeit verband sie seit 1982 mit dem Choreografen Uwe Scholz. Rosalie richtete Tanzschöpfungen von Scholz an Theatern in Zürich, Mailand und Stuttgart ein. Erst im April 2017 hatte sie noch eine Aufführung von Mahlers „Sinfonie der Tausend“ in der gerade eröffneten Hamburger Elbphilharmonie szenisch eingerichtet - wie immer mit einem Bilderreichtum, der überwältigte.


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