Peinlichkeiten, Pech und Pannen „Gregs Tagebuch – Böse Falle!“: Szenarien mit Fäkalien

Von Vera Geisler

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In „Gregs Tagebuch – Böse Falle!“ geht ein Familienausflug katastrophal daneben. Foto: 20th Century FoxIn „Gregs Tagebuch – Böse Falle!“ geht ein Familienausflug katastrophal daneben. Foto: 20th Century Fox

Osnabrück. „Gregs Tagebuch – Böse Falle!“ ist eine zähe und uninspirierte Film-Adaption von Band neun der Buchreihe „Gregs Tagebuch“ – es sei denn, Fäkalien und Stuhlgang-Episoden werden als witzig empfunden, dann nichts wie hin.

Was für ein Mist! Konnte man sich sonst bei einer Filmadaption aus der „Gregs Tagebuch“-Reihe auf unbeschwertes Kinovergnügen freuen, so ist jetzt Schluss mit lustig. Der vierte Film nach einer von Jeff Kinneys beliebten Comicbüchern zeigt zwar generationenübergreifend eine weitere Episode aus dem Leben des faulen, egozentrischen und linkischen Chaos-Jungen. Doch dreht „Böse Falle“ obskur und gepfeffert auf. Selten gab es eine derartige Vielzahl anrüchiger Szenen um und mit Exkrementen.

Das ist bei 92 Minuten Film-Laufzeit ungefähr so witzig wie die Inszenierung popelnder Helden. Insofern besteht die Versuchung, „Gregs Tagebuch – Böse Falle!“ als bebilderten Kot-Kult zu bewerten – doch das greift zu kurz. Denn inmitten dieser auch schweinischen Fäkalien-Szenarien verbirgt sich eine massive Kultur-Kritik, die es in sich hat. Die vermutlich eben dank(Körper-)Flüssigkeiten besser flutscht.

Anfangs noch harmlos, dann aber überdeutlich zeigt „Gregs Tagebuch“ am Beispiel der nach elf Büchern und drei Verfilmungen wohlbekannten Heffleys, wie Familien am Überangebot technischer Geräte im Alltag zu scheitern drohen. Um dem entgegen zu wirken soll der geplante Trip zu Omas 90. Geburtstag jedenfalls ohne iPhone und Internet ablaufen. So will es die Mutter (Alicia Silverstone), so wird es gemacht. Natürlich finden die Jungs Greg, Rodrick und sogar Mannie Möglichkeiten, dies Gebot zu umgehen, zumal der Papa (Tom Everett Scott) auch mitmacht. Böse Falle!


Gregs Tagebuch – Böse Falle. USA 2017. R: David Bowers D: Jason Ian Drucker u.a. 92 Min. Ohne Altersbeschränkung. Cinema-Arthouse, Cinestar, Filmpassage.

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