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15.05.2017, 18:38 Uhr CDU VERSPRICHT DEN NEUSTART

Kulturpolitik in NRW: Das ungeliebte Kind?

Kommentar von Dr. Stefan Lüddemann

Feuerwerk zur Finissage: Pyrotechnik wird am 18. Dezember 2010 beim Finale der Kulturhauptstadt Ruhr.2010 auf der Zeche Nordstern in Gelsenkirchen eingesetzt. Foto: dpaFeuerwerk zur Finissage: Pyrotechnik wird am 18. Dezember 2010 beim Finale der Kulturhauptstadt Ruhr.2010 auf der Zeche Nordstern in Gelsenkirchen eingesetzt. Foto: dpa

Düsseldorf. Kulturpolitik soll in Nordrhein-Westfalen wieder einen Stellenwert haben. Die CDU will nach gewonnener Landtagswahl umsteuern. Das wird auch höchste Zeit.

Aktuell gibt es da niemanden“: So antwortete Nordrhein-Westfalens abgewählte Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) vor dem Urnengang in einem Fragebogen auf die Frage nach ihrem liebsten Romanhelden. Eine Regierungschefin, die nicht liest? Krafts Antwort wirkte wie das Signet einer Regierung, der Kultur gleichgültig ist. Kultur firmierte unter Kraft im Bindestrich-Portfolio der Ministerin Christina Kampmann als spürbar ungeliebtes Kind der Landespolitik. Hier weiterlesen: Bei der Kultur außen vor? Kulturministerin Kampmann.

Dieser Zustand spiegelte eine weitverbreitete Marginalisierung der Kulturpolitik. Viele Städte verzichteten auf einen eigenen Kulturdezernenten, viele Länder auf eigene Kulturminister. Dieser Zustand ist per se skandalös. In Nordrhein-Westfalen ist er Ausweis einer unglaublichen Gedankenlosigkeit. Hier weiterlesen: Wo steht das Hörspiel heute? Neue Edition des WDR.

Schließlich verfügt das nach der Bevölkerung größte Bundesland über eine herausragende Vielfalt und Qualität der Künste und der Kultur. Ob Pina Bausch oder Joseph Beuys, Kölner Dom oder „Ruhr2010“ – NRW ist ein Kraftwerk der Kultur. Das müsste nur endlich erkannt und ernst genommen werden. Für NRW ergäbe sich die großartige Chance, die eigene Geschichte mit Kultur endlich einmal vollständig zu erzählen.


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