Ein Bild von Dr. Stefan Lüddemann
12.05.2017, 17:09 Uhr MONARCHIN UNTER MÄNNERN

Königin der Nacht: 300 Jahre Maria Theresia

Ein Kommentar von Dr. Stefan Lüddemann


Große Monarchin und Suchbild der Geschichte zugleich: Die Monarchin Maria-Theresia. Foto: dpaGroße Monarchin und Suchbild der Geschichte zugleich: Die Monarchin Maria-Theresia. Foto: dpa

Osnabrück. 300 Jahre Maria Theresia: Eine der größten Monarchinnen der Geschichte zwischen Rückschritt und Reform? Als Frau hatte sie sich unter Männern zu behaupten.

War sie herzensgut oder sittenstreng? Strategin der Macht oder vorausblickende Reformerin? Maria Theresia gehört zu den großen, bisweilen mythisch verklärten Figuren der Geschichte. Eindeutig ist ihr Bild deshalb noch lange nicht. Mozart hat sie in seiner „Zauberflöte“ gar als zickige „Königin der Nacht“ karikiert.

Dabei verdienen ihre Leistungen auch Respekt. Als blutjunge Frau hat sie sich in der Männerrunde der europäischen Monarchen behauptet. Sie war stockkonservativ und trieb doch Reformen voran, die einen Staat formen halfen, der Monarchen eines Tages nicht mehr brauchen sollte. Mit Aufklärung und Toleranz hatte sie dennoch ihre unüberwindbaren Probleme.

Wer sich heute mit Maria Theresia – oder ihrem Widersacher Friedrich dem Großen – beschäftigt, wird zugleich an ein Europa erinnert, in dem die Balance der Staaten immer wieder militärisch ausgefochten werden musste. Jeder Monarch schlug zu, wenn es möglich schien, dem anderen ein Stück Land abzujagen. Eine dauerhafte Friedensordnung lag in weiter Ferne. Heute haben wir Europäer sie. Und sollten sie schätzen, gerade dann, wenn wir an Maria Theresia erinnern.


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