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26.04.2017, 17:43 Uhr NATHALIE BRAUN BARENDS KLAGT

Mannheim: Streit um Kunstwerke im Museum

Kommentar von Dr. Stefan Lüddemann

Für ihren Umbau wurden die Kunstwerke von Nathalie Braun Barends entfernt: Die Kunsthalle in Mannheim. Foto: dpaFür ihren Umbau wurden die Kunstwerke von Nathalie Braun Barends entfernt: Die Kunsthalle in Mannheim. Foto: dpa

Osnabrück. Eine Künstlerin will Werke zurück, die es nicht mehr gibt. In Mannheim scheint es um eine Posse zu gehen. Dabei steht der Umgang mit Kunst auf dem Spiel.

Streit um ein Loch, das es nicht mehr gibt? Das klingt nach Provinzposse. Alle Welt lacht. Und weil es um die hohe Kunst geht, klingt dieses Lachen nach Schadenfreude. Künstlerin Nathalie Braun Barends ist nicht nach Lachen zumute. Sie verliert zwei Werke ausgerechnet dort, wo sie sie ganz besonders sicher glaubte – in einem Museum. Hier weiterlesen: Das Kunstgenre erklärt - was ist eine Installation?

In Kunstsammlungen ist die Kunst bestens aufgehoben. So lautet die Erwartung. Museen geben ein Versprechen auf Ewigkeit. Müsste das nicht besonders für solche Werke gelten, die mit dem Museumsgebäude fest verbunden sind? Aber genau da liegt das Problem. Denn gerade Kunsthäuser, die scheinbaren Garanten der Stabilität, verändern sich derzeit rasant. Umbauten sind an der Tagesordnung, weil Museen neue Aufgaben erfüllen sollen. Hier weiterlesen: „Nachwirkung“ - Thomas Hirschorn in der Kunsthalle Bremen.

Fest installierte Kunstwerke erfordern deshalb sensiblen Umgang. Kuratoren sollten deutlich sagen, dass Einbauten nicht für die Ewigkeit gedacht sein können. Und Künstler sollten schon bei der Konzeption solcher Werke mögliche Umbauten mit bedenken. Seltsam nur, dass man in Mannheim Braun Barends’ Werke nun nicht mehr für bedeutend hält. Warum wurden sie dann jemals fest im Museum installiert?


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