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23.04.2017, 18:04 Uhr KOMMENTAR

Kann das „House of Jazz“ nur in Berlin stehen?

Kommentar von Ralf Döring

Till Brönner gut gelaunt: Hier kommt er 2015 zum Live Entertainment Award nach Frankfurt. Ob ihm Berlin derzeit auf den Magen schlägt? Foto: dpaTill Brönner gut gelaunt: Hier kommt er 2015 zum Live Entertainment Award nach Frankfurt. Ob ihm Berlin derzeit auf den Magen schlägt? Foto: dpa

Neue Querelen um das „House of Jazz“des deutschen Jazzers Till Brönner: Berlins Kultursenator Klaus Lederer möchte die Institution nicht. Aber muss das Haus zwingend in Berlin stehen?

Braucht Deutschland ein „House of Jazz“? Der vormalige Berliner Kultursenator Tim Renner hat Ja gesagt, der Bund ebenfalls. Renners Nachfolger Klaus Lederer sagt nun Nein, bitte nicht noch ein kultureller Leuchtturm in Berlin. Er will lieber die Basiskultur voranbringen – als würde ein „House of Jazz“ das ausschließen.

12,5 Millionen Euro stellt der Bund für das Jazz-Zentrum bereit: Der Jazzer Till Brönner hat offenbar sauber dargelegt, welche internationale Strahlkraft die Einrichtung entwickeln kann. Das Geld nun im Sinne Lederers umzuwidmen dürfte schwierig werden: Es ist nicht Aufgabe des Bundes, für die kulturelle Infrastruktur Berlins aufzukommen. Für Leuchttürme schon.

Nun hat Brönner in der Anfangsphase offenbar die lokale Szene nicht ausreichend an der Entwicklung des Konzepts beteiligt – ein Fehler. Denn die Szene vor Ort muss sicher sein, dass ihre Vorstellungen einfließen und dass die Geldströme so fließen, dass die freie Szene nicht trockengelegt wird. Dass er kein „Till-Brönner-Haus“ installieren will, betont der Trompeter immer wieder – vielleicht sollte er das untermauern, indem er Standorte jenseits von Berlin ins Spiel bringt. Weiterlesen: Till Brönner spielt in der Kölner Philharmonie


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