Die einzige Wahrheit gibt es nicht Musiktheater Lupe inszeniert interreligiöses Stück


Osnabrück. Zusammen mit 14 jungen Osnabrücker Menschen unterschiedlicher Religionen und Weltanschauungen inszeniert das Musiktheater Lupe das Stück „Der beste Gott“. Dabei steht nicht die Wahrheit, sondern die Vereinbarkeit der verschiedenen Religionen im Fokus.

Edda steht am vorderen Rand der Bühne. Sie geht auf und ab und spricht über Regeln, Spielräume und kleine Sünden. Die Menschen hinter ihr, offenbar auf den Bus wartend, verfolgen die Frau im braunen Chimar mit ihren Blicken. Irgendwann taucht sie auf, die Frage nach dem Gott, dem Glauben. Was, wenn man sich irrt? Dann ertönt Musik – und die Religionen verständigen sich tanzend.

Das ist der Schwerpunkt des interreligiösen Theaterstücks „Der beste Gott“: Nicht die Suche nach der einen Wahrheit, sondern nach Vereinbarkeit. Eine Gruppe junger Menschen landet nach ihrem Tod an einem mystischen Ort und es stellt sich die große Frage: Stimmt es, an was ich geglaubt habe? Und wenn ja, was passiert dann mit den anderen?

„Die Texte sind in der Gruppe hier entstanden und von den Darstellern selber geschrieben“, erklärt Kathrin Orth vom Musiktheater Lupe während der Hauptprobe. Zwar spielten die jungen Menschen nicht sich selbst, aber ein Bild ihrer Religionen.

Die Erinnerungen an die katholische Großmutter oder die Vorstellung von der Wiedergeburt kommen von den 14 jungen Schauspielern „Hinter jeder Geschichte steckt also etwas Wahrheit“, sagt Kathrin Orth.

Alle Darsteller sind Jugendliche aus verschiedenen Osnabrücker Religionsgemeinschaften. Durch verschiedene gemeinsame interreligiöse Projekte habe man sich auf diese Zusammenarbeit vorbereitet, sagt Christine Grewe vom Büro für Friedenskultur.

Die einzigen wirklichen Schwierigkeiten seien die organisatorischen Rahmenbedingen: „Mann muss die verschiedenen Feiertage beachten, genauso wie Schulferien und Hochschulseminare.“ Es sei eine sehr tolerante und aufgeschlossene Gruppe, bekräftigen die Darsteller. Keine der Weltanschauungen sei auf Ablehnung getroffen.


Das Stückist eine Kooperation des Musiktheater Lupe, des städtischen Büros für Friedenskultur und des Projektes „Judentum begreifen“.

Termine der Aufführungen für Schulen

Montag, 24. April 2017, 9 Uhr und 11.30 Uhr

Dienstag, 25. April 2017, 9 Uhr und 11.30 Uhr

Mittwoch, 3.Mai 2017 , 9 Uhr und 11.30 Uhr

Donnerstag, 4.Mai 2017, 9 Uhr und 11.30 Uhr

Ort: Haus der Jugend, der Eintritt kostet drei Euro.

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