Antrag auf Förderung Ratssitzung: „Totalschaden“ für Ausstellungsraum hase29?

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Osnabrück. Es wird eine zukunftsentscheidende Sitzung: Der Rat der Stadt Osnabrück stimmt am Dienstag, 14. März 2017, über eine Förderung des Ausstellungsraumes hase29 in der Hasestraße ab. Laut Elisabeth Lumme geht es um die Existenz der Galerie.

„Da hängt alles von ab“, sagt Elisabeth Lumme, Vorsitzende der Gesellschaft für zeitgenössische Kunst (GfzK) , vor der Ratssitzung am Dienstag. Mit 20.000 Euro bis 2019 soll die Stadt den Ausstellungsraum bei Miet- und Nebenkosten unterstützen. Eine „institutionelle Anschubfinanzierung“, wie sie sagt. „Ohne das Geld sind wir nicht in der Lage, Drittmittel einzuholen“.

Mit Bezug von hase29 im April 2016 konnte der Verein noch auf städtische Mittel zur Projektförderung in Höhe von 19.600 Euro zurückgreifen. „Dieses Geld hat die Basis geschaffen, um den Betrag zu verdreifachen“, sagt Lumme. Dank Drittmitteln wie Spenden und Sponsorengeldern konnte der Verein weitere 42.371 Euro dazu sammeln.

Verwaltung gegen die Förderung

Nach dem Ende der Förderung der Stadtgalerie hatte die Stadt Osnabrück jedoch die institutionelle Förderung eines Kunstraumes ausgeschlossen. Das Budget der Stadtgalerie floss 2015 in die Projektmittel des Fachbereiches Kultur.

Laut Beschlussvorlage des Kulturausschusses zum Antrag der GfzK spricht sich die Fachverwaltung gegen die Förderung aus. Dazu heißt es: „Auch wenn aus fachlicher Sicht einiges für eine institutionelle Förderung spricht, kann die Verwaltung den Antrag auf zusätzliche Mittel nicht befürworten, da keine Einsparung an anderer Stelle vorgeschlagen werden kann.“

Gleichzeitig sei das Anliegen des Vereins „nachvollziehbar“: Laut Vorlage würde eine Standortförderung für die GfzK „den Betrieb in finanzieller wie organisatorischer Hinsicht vereinfachen“, sowie „mehr Flexibilität für neue – auch kurzfristige – Ideen bedeuten“.

„Impulsbeschleuniger für einen blühenden Kiez

Lumme und die Mitglieder des Vereins zittern nun vor der Ratssitzung. „Das wäre für uns ein Totalschaden“, prophezeit die Kuratorin für den Fall einer Ablehnung des Antrages. Aktuell sucht der Verein Unterstützer für hase29 und möchte „bürgerliches Engagement“ generieren, sagt Lumme. Doch das dauert: „Wir haben das Gefühl, wir sind noch in der Bewährungsphase“. In der Kulturszene gelte der Raum jedoch bereits als „Hot Spot“.

Mit der Galerie will der Verein einen Raum für eine junge, lokale Kunstszene bieten und einen Ort schaffen, an dem sich die Osnabrücker mit anderen Künstlern vernetzen. Der Standort in der Hasestraße sei dafür ideal und laut Lumme ein „Frequenzbringer“. Seit der Eröffnung vor nicht einmal 12 Monaten hätten rund 5600 Menschen hase29 besucht.

Die Hasestraße habe sich aus einer Problemzone heraus verjüngt und entwickle sich mit junger Gastronomie und neuen Geschäften zu einem blühenden Kiez, sagt Lumme. Kunst wirke da wie ein „Impulsbeschleuniger“.

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