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Freude über die "Osnabrücker Kunstmeile"

"Das ist ein idealer Raum", befindet Sigrid Poller. Die stellvertretende Vorsitzende des Bundes Bildender Künstler (BBK) Osnabrück ist begeistert von dem neuen "Kunst-Quartier". Zuschnitt und Größe seien optimal, sagt sie.

Raumfüllend ist denn auch Reinhard Dasenbrocks Installation "Steinobst", die hier in den kommenden vier Wochen gemeinsam mit Bildern und Objekten der Ibbenbürener Künstlerin Ruth Engstfeld-Schremper zu sehen ist.

Ein Mitglied des BBK Osnabrück und ein Gastkünstler zeigen ihre Werke - das ist das Konzept für den als "Kunst-Quartier" betitelten neuen Ausstellungsraum. So hat es der BBK schon im Dreikronenhaus gemacht, wo die Mitglieder und ihre Gäste seit September ausgestellt haben. Doch weil der BBK nicht im Dreikronenhaus bleiben kann (das Haus wird verkauft), ist er jetzt in die Bierstraße 33 umgezogen. Am Samstag eröffnen das Quartier und die Ausstellung mit einem Tag der offenen Tür.

"Netzwerk & Survival" nennen Dasenbrock und Engstfeld-Schremper ihre Ausstellung. Den Survival-Teil übernimmt Dasenbrock mit der Installation "Steinobst": Einmachgläser auf Holzpflöcken hat er im Kreis um Schütten für Mehl, Reis und Zucker positioniert. Im entferntesten Sinne Steine - Kohle, zermahlene Kreide, Steinkugeln aus einer Kanone - beinhalten die Gläser. Mit seiner Installation will er Gegenstände in die Öffentlichkeit bringen, die ansonsten in Archiven vor sich hinstauben würden.

An zeitgeisterfüllte Gegenstände knüpft Ruth Engstfeld-Schremper mit ihren Bildern "Vernetzung" an. Ein Gewirr aus Radiomikrofonen hat die Künstlerin unter einem ihrer Bilder installiert. Auf einem anderen Bild ist die Rückseite eines Computers zu sehen, aus dem die Kabel sich in den Raum hinein- schlängeln. Netzwerke im weitesten Sinne sind Engstfeld-Schrempers Thema.

Wie lange der BBK in der Bierstraße bleiben und wie viele Ausstellungen nach seinem Konzept er dort machen könne, sei noch nicht klar, sagt die Vorsitzende Renate Michalik. Sie und ihre Stellvertreterin Poller hoffen aber, dass sie lange bleiben können. Denn weitere Pläne für ihr Kunst-Quartier haben sie schon: So könnten sie sich eine Beteiligung am Hansetag vorstellen oder Zusammenarbeiten mit der benachbarten Kunsthalle Dominikanerkirche. Überhaupt habe diese Nachbarschaft etwas für sich, sagt Sigrid Poller. Denn durch die Nähe zur Kunsthalle und zum Felix-Nussbaum-Haus entstehe so etwas wie eine Osnabrücker Kunstmeile.


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