15 Künstler im Museum Erste Ausstellung zum neuen Osnabrücker Kunstpreis



Osnabrück. 15 Künstlerinnen und Künstler aus der Region sind für den ersten Osnabrücker Kunstpreis nominiert. Ihre Werke werden jetzt im Kulturgeschichtlichen Museum in Osnabrück gezeigt. Aber funktioniert Kunst nach regionalen Grenzen?

2010 richtete die Kunsthalle Osnabrück die fünfte und letzte Ausgabe der „Arte Regionale“ aus. Wer jetzt die Ausstellung zum ersten Osnabrücker Kunstpreis im Oberlichtsaal des Kulturgeschichtlichen Museums besucht, hat das Gefühl, dem kleinen Nachfolgeformat der „Arte Regionale“ zu begegnen. Wieder geht es um einen Überblick über die Kunstszene in Stadt und Landkreis Osnabrück. Eine Jury hat 15 Künstlerinnen und Künstler aus drei Generationen ausgesucht und sie mit jeweils drei Arbeiten paritätisch präsentiert. Es gibt reichlich Malerei, Zeichnung, Grafik, überhaupt Bilder an der Wand, dazu ein Eckchen mit Medienkunst. Das alles sieht durchaus ansprechend aus, wirkt mit seiner Atmosphäre von bravem Proporz und gesetztem Geschmack aber nicht wie der große Aufbruch der zeitgenössischen Kunst. Hier weiterlesen: So war die letzte Arte Regionale in Osnabrück .

Kunst der „Regionalklasse“

„Wir können uns mit dieser Auswahl ganz gut sehen lassen“, sagt Ulrike Hamm, Vorsitzende des Museums- und Kunstvereins, der den Preis ausgelobt hat. Er soll aus der Kandidatenschau heraus am 2. April vergeben werden. Claus Rollinger, Mitglied im Vorstand der Sievert Stiftung für Wissenschaft und Kultur, spricht von dem Preis als „sehr schöner Idee“ und von der Kunst, die nun gezeigt wird, als „Regionalklasse“. Mit 12000 Euro finanziert die Stiftung Haupt- und Förderpreis und gibt weiteres Geld für die Kosten von Jury und Ausstellung. Drei Ausgaben des alle zwei Jahre zu vergebenden Preises will die Stiftung finanzieren. Nach sechs Jahren wird neu entschieden. Nach den Worten von Meike Behm, Leiterin der Kunsthalle Lingen und Juryvorsitzende, hat die Auswahlkommission aus 122 Einsendungen ausgewählt. 15 Namen sind in der engeren Wahl für den Preis, der am 2. April vergeben werden soll. Hier weiterlesen: Erster Kunstpreis für Osnabrück .

Skulptur blieb draußen

Dabei prägten zwei Vorgaben die Auswahl. Die Künstler sollten aus der Region kommen. Skulptur und Objektkunst blieben draußen. Ob gerade Gegenwartskunst allerdings nach regionalen Zuschnitten funktioniert, mag ebenso dahingestellt sein wie die Antwort auf die Frage, ob Kunst nicht gerade heute aus dem Crossover der Gattungen lebt. Der Kunstpreis Osnabrück aber markiert Grenzen - ausgerechnet in einem Jahr, in dem die Kasseler Documenta und die Münsteraner Skulptur-Projekte die expansive Öffnung der Kunst vorführen werden. Hier weiterlesen: Osnabrücker Kunstpreis - die Info im Netz.

Kandidatin für den Preis?

Dabei hält die Osnabrücker Ausstellung einige gute und sehr zeitgenössische Positionen bereit. Inge Buschmann wäre eine Kandidatin für den Kunstpreis mit ihren Acrylgemälden von skurrilen Pavillongebäuden in einsamen Wäldern aus lauter Scherenschnittbäumen. Die Malerin befragt die Doppelbödigkeit der Realität. Und Johannes Busdiecker liefert sogar richtige Zeitkritik. Er überblendet Fotos von Menschen wie dem Bildhauer Richard Wake mit Börsenkursen auf transparenter Gaze. Wo steht der Mensch in der Globalisierung? Busdiecker stellt immerhin eine solche Frage - als einziger Künstler dieser Ausstellung. Hier weiterlesen: Osnabrücker Museumsverein lobt Kunstpreis aus.

Landschaft und Porträts

Denn die weiteren Künstler zeigen erstaunlich viel Landschaft und Porträt, eine Kunst der thematischen Eingrenzung. Was sticht heraus? Monika Wittes Video von der endlosen Zeichenlinie vielleicht. Oder doch Janina Kilimanns intensives Bild der erschöpft wirkenden Mutter? Der Osnabrücker Kunstpreis geht in die erste Runde. Was er mit seiner regionalen Beschränkung zu bewirken vermag, bleibt offen. Hier weiterlesen: Osnabrücker Stadtgalerie zeigt Outsider Art.

Liste der Nominierten

Die für den Kunstpreis Nominierten: Anna Adels, Aisleen C. Beynon-Thomas, Cornelia Borck, Inge Buschmann, Johannes Busdiecker, Frank Gillich, Birgit Kannengiesser, Klaus Kijak, Janina Kilimann, Tim Roßberg, Hiltrud Schäfer, Franziska Schmitz, Christine Wamhof, Paul Wessler und Monika Witte.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN