Gucci und der Parthenon Ein Tempel und kein Werbeträger

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Schon genug macht die Akropolis mit dem täglichen Touristenansturm mit. Im Bild eine Touristin mit Schirm vor dem Parthenon-Tempel. Foto: Orestis Panagiotou/dpaSchon genug macht die Akropolis mit dem täglichen Touristenansturm mit. Im Bild eine Touristin mit Schirm vor dem Parthenon-Tempel. Foto: Orestis Panagiotou/dpa

Osnabrück. „Akropolis adieu“ sang einst Mireille Mathieu: Wie erfreulich, dass die Griechen ihren Parthenon auf der Athener Akropolis nicht dem Modegiganten Gucci für ein Schaulaufen überlassen wollen - ein Kommentar.

Es reicht schon, dass Tag für Tag wuselnde Menschenmassen auf der ehrwürdigen Akropolis in Athen herumkraxeln. Doch die wollen wenigstens das gigantische Weltkulturerbe bestaunen, während der Modekonzern Gucci mit dem säulenbekränzten Parthenon nur seine Glamourmode veredeln will.

Der archäologische Rat Griechenlands tut recht daran, das große Schaulaufen mit Star-Schauspielern und weltweiter Fernsehübertragung abzulehnen. Schließlich war der Parthenon einmal ein Tempel und der Stadtgöttin Pallas Athena Parthenos gewidmet. Wie gut, dass verantwortungsvolle Köpfe seinen würdelosen Missbrauch als Werbe-Kulisse verhindern. Wir werden schon genug mit Bildern überschüttet, die die erhabensten Flecken dieser Erde zu Werbeträgern degradieren.

Sympathisch auch, dass die finanzklammen Griechen ihr Nationalheiligtum nicht vermieten, nur weil Gucci zwei Millionen Euro dafür bietet. Die Griechen sind mit Recht stolz auf ihre Geschichte. Schön, wenn das empfindsam hält für schlechte Geschäfte.


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