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16.01.2017, 17:45 Uhr EIFERER BESTIMMEN DAS KLIMA

Ode an die Freude: Es geht wieder um die Freiheit

Ein Kommentar von Dr. Stefan Lüddemann


Eine Frau filmt am 11. Januar 2017 in Hamburg bei der Eröffnung der Elbphilharmonie den Konzertsaal. Zur Eröffnung wurde auch Beethovens „Ode an die Freude“ aus dessen neunter Sinfonie gespielt. Foto: dpaEine Frau filmt am 11. Januar 2017 in Hamburg bei der Eröffnung der Elbphilharmonie den Konzertsaal. Zur Eröffnung wurde auch Beethovens „Ode an die Freude“ aus dessen neunter Sinfonie gespielt. Foto: dpa

Osnabrück. Die „Ode an die Freude“ ist heute wieder wichtig - als Protest gegen ein Klima der Eiferer, die Freiheit und Pluralität bedrängen.

Mit der „Ode an die Freude“ wurde gerade erst die neue Hamburger Elbphilharmonie eröffnet. „Seid umschlungen, Millionen“: Beethovens tönender Versöhnungstaumel klingt für viele nach hohler Feiertagsroutine. Das wird sich jetzt ändern. Aus dem scheinbar überlebten Appell ist längst wieder eine dringende Notwendigkeit geworden.

Dafür sorgen Fanatismus und Populismus. Religiös motivierte Gewalttäter und nationalistisch aufgeheizte Eiferer stellen einen Konsens infrage, der unangreifbar zu sein schien.

Dabei geht es um nichts weniger als das friedliche Miteinander in einer säkularen und toleranten Gesellschaft. Kultur zählt dabei nicht mehr als gelebter Pluralismus. Populisten und Eiferer machen aus Kultur ein starres Merkmal, mit dem sich ihrer Meinung nach Menschen trennend zuordnen lassen. Darin liegt bereits der Keim zur Gewalt.

Wer Freiheit auf Freizeit reduziert und Kultur mit Konsum gleichsetzt, macht einen entscheidenden Fehler. Terroristen und Populisten fördern ein Klima der Feindschaft, in dem Freiheit nicht gedeihen kann. Ob Lessings „Nathan“ oder Beethovens Neunte: Ihre Botschaften zählen wieder.


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