Ein Bild von Dr. Stefan Lüddemann
11.01.2017, 06:00 Uhr AUSSTELLUNG ZEIGT 13 FRAUEN

Frauen und Reformation: Auf immer vergessen?

Kommentar von Dr. Stefan Lüddemann

Martin Luther und seine Frau Katharina von Bora: Großflächige Schautafeln mit dem Bildnis von Martin Luther und seiner Frau Katharina von Bora zum Jubiläumsjahr der Reformation stehen 2016 in Berlin auf dem Gendarmenmarkt. Foto: dpaMartin Luther und seine Frau Katharina von Bora: Großflächige Schautafeln mit dem Bildnis von Martin Luther und seiner Frau Katharina von Bora zum Jubiläumsjahr der Reformation stehen 2016 in Berlin auf dem Gendarmenmarkt. Foto: dpa

Osnabrück. Wer spricht von den Frauen der Reformation? Niemand. Eine Ausstellung ändert das jetzt und setzt so den richtigen Akzent zum Jahrestag der Reformation.

Katharina von Bora hat es in die Geschichtsbücher geschafft – als tatkräftige und lebenskluge Frau an der Seite Martin Luthers. Die anderen Frauen, die beherzt für die Sache der Reformation eintraten, sind heute vergessen. Die Ausstellung, die nun durch das Land geschickt wird, kann dies wenigstens etwas verändern. Gleichwohl bestimmen auch zum 500. Geburtstag der Reformation Luther-Biografien das publizistische Bild und damit auch die Wahrnehmung. Hier weiterlesen: Reformator der Widersprüche - Luther im Porträt.

Immerhin haben sich auch die Luther-Biografen von dem vormaligen Kult um den Reformator abgewandt. Sie stellen nicht mehr nur die Person heraus, sie fragen auch nach den Kontexten, die Luthers Wirken bedingten oder oft überhaupt erst möglich machten. Das korrigiert das Bild der Geschichte. Hier weiterlesen: Von Berlin bis Coburg - die Ausstellungen im Lutherjahr.

In diesem Zusammenhang ist auch nach der Rolle der Frauen neu zu fragen. Das gilt nicht nur für die Reformation und die politische Geschichte. So ist das Bild von der künstlerischen Moderne mit dem Blick auf Künstlerinnen schon deutlich differenziert worden. Und wie steht es mit dem Thema Frauen und Macht? Der 300. Geburtstag von Maria Theresia in diesem Jahr gibt Gelegenheit, diese Frage neu zu stellen.


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