Weihnachten 2016 Die Geschenk-Tipps der NOZ-Kulturredaktion


Osnabrück. Alle Jahre wieder stehen viele von uns vor der schwierigen Frage „Was soll ich bloß verschenken?“ Die Kultur-Redaktion empfiehlt für die Lieben bezaubernde Bücher, herzerwärmende Musik und berauschende Konzerte.

Gute Bücher:

Weihnachtszeit – Lesezeit: Wer das so hält, dem seien vier wunderbare Bücher ans Herz gelegt. Wildtierfreunde dürften staunen über den äußerst informativen Bildband „Der Rothirsch – ein Mythos im Revier“ von Tobias Böckermann und die atemberaubenden Fotos von Jürgen Borris und Willi Rolfes (Müller Rüschlikon, 29,90 Euro). Belletristisch Hochkarätiges haben Bodo Kirchhoff (Buchpreisträger 2016), Christoph Ransmayr und Hanns-Josef Ortheil geliefert. Kirchhoff erweist sich mit seiner schwebeleichten Novelle „Widerfahrnis“ wieder als sprachlich hochversierter Beobachter von Liebesbeziehungen (Frankfurter Verlagsanstalt, 224 S., 21 Euro). Ransmayr erklimmt mit seinem hochintelligenten China-Roman „Cox oder der Lauf der Zeit“ einen neue Gipfel seiner Erzählkunst (Fischer Verlag, 22 Euro). Und Hanns-Josef Ortheil animiert mit feinem Humor in „Was ich liebe und was nicht“ zur Selbsterkundung – und zum Schreiben (Luchterhand, 23,00 Euro). Ch.A.

Brahms direkt:

Klassische Musik ungeschnitten und ungeschönt: Wer das erleben will, muss ins Konzert. Oder sich Direct to Disc-Aufnahmen besorgen: Was Künstler ins Mikrofon singen oder spielen, wird direkt in einen Schallplattenrohling geschnitten. Keine Korrekturen, keine Schnitte, kein Aufhübschen mittels Klangelektronik. Das erfordert natürlich einigen Mut: Ein falscher Ton ist genauso für die Ewigkeit konserviert wie der Moment höchster Verinnerlichung. Trotzdem scheint es seinen ganz besonderen Reiz zu haben, sich dieser Herausforderung zu stellen. Die Berliner Philharmoniker haben zum Beispiel die vier Brahmssinfonien aufgenommen und jetzt auf sechs Schallplatten gepresst. Außerdem ist die Box mit einem aufwendigen Booklet ausgestattet, mit einem vom Produzenten signierten Zertifikat und zwei Schwarz-Weiß-Fotoprints. Das alles hat seinen Preis: 499 Euro kostet der Spaß. Aber zum einen sind es die Berliner Philharmoniker unter Sir Simon Rattle. Und schließlich ist ja Weihnachten. dö

Exotische Schätze:

Nicht nur für Naturliebhaber und Sammler kann ein Herbarium ein passendes Geschenk sein – ein Buch, in dem Blumen und Blätter gepresst und konserviert werden. Im Handel gibt es eines, das nebenbei Pflanzenkunde vermittelt und Platz lässt für gepresste Schätze und Notizen: „Das kleine Herbarium“ von Eden Books. Für Kinder gibt es z.B. „Mein erstes Herbarium – Bäume bestimmen und Blätter pressen“, Arena Verlag. Fans exotischer Esskultur sei „Yemek– Rezepte aus Istanbul“ (Edel Verlag) empfohlen. Der bunte Bildband ist eine Mischung aus Reisebericht und Rezeptbuch, das Hintergründe der türkischen Küche erklärt und gleichzeitig Fernweh und Appetit macht. Sicherlich immer richtig liegt man mit einem Ticket für Veranstaltungen in der Elbphilharmonie. Auch wenn viel schon ausverkauft ist, gibt es noch Karten für Konzerte, von Klassik über Jazz bis Gospel, Poetry Slams und Musicals. Ein geplanter Besuch im neuen kulturellen Wahrzeichen Hamburgs – das schürt die Vorfreude aufs neue Jahr . lod

Künstler-Küche:

Er entwirft künstliche Sonnen und Wasserfälle, verzaubert mit farbigen Rauminstallationen – der Künstler Olafur Eliasson. Jetzt gibt es ihn auch als Koch. „Studio Olafur Eliasson. The Kitchen“ (Knesebeck-Verlag, 39,95 Euro) heißt das besondere Kochbuch aus dem Berliner Studio Eliassons. Palmkohl-Risotto oder Karottenkuchen gefällig? „The Kitchen“ ist das besondere Rezeptbuch der vegetarischen Küche, die 90 Mitarbeiter gemeinsam mit Eliasson kreiert haben. Kuratiertes Kochen, so der Modebegriff – bei Eliasson wird es Realität. Wer nicht nur schöner essen, sondern auch luxuriös hören möchte, sollte sich den ganzen Mozart gönnen. „Mozart 225 – The New Complete Edition“ heißt die 200 CDs umfassende Edition von Labels wie Deutsche Grammophon bis Decca, die nichts weniger als den gesamten Mozart bietet. Für 399,99 Euro gibt es ein klingendes Universum. Wichtige Werke werden sogar in alternativen Interpretationen geboten. Froher kann das Frohe Fest kaum werden. lü


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