Haus der Geschichte in Bonn Wegen Umbau Geschichts-Dauerschau geschlossen

Von dpa

Das Glasdach im Bonner Haus der Geschichte wird von März bis Dezember 2017 saniert. Foto: dpaDas Glasdach im Bonner Haus der Geschichte wird von März bis Dezember 2017 saniert. Foto: dpa

Bonn. Das Glasdach im Bonner Haus der Geschichte muss ausgetauscht werden. Für die Besucher heißt das, einige Monate auf die beliebte Dauerausstellung verzichten zu müssen. Danach könnte es umso interessanter werden: Das Museum will den Umbau für Neues nutzen.

Im Haus der Geschichte in Bonn stehen im kommenden Jahr wegen eines Dachumbaus größere Veränderungen an. Aus Sicherheitsgründen muss die Dauerausstellung vom 13. März bis Mitte Dezember 2017 schließen. In dieser Zeit werden 900 Glaselemente im Dach ausgetauscht, unter anderem weil es undichte Stellen und Risse gibt, wie Präsident Hans Walter Hütter sagte. Das Museum bleibt grundsätzlich offen und will die Umbauphase auch inhaltlich nutzen. Nach Wiedereröffnung soll die Geschichte ab den 80er Jahren komplett neu präsentiert werden.

„Wir wollen diese Baumaßnahme so besucherfreundlich wie möglich halten“, sagte Hütter. Die Wechselausstellungen seien vom Umbau nicht betroffen. Geplant ist daher ab März die Schau „Geliebt - gebraucht - gehasst. Die Deutschen und ihre Autos“ und ab September eine Ausstellung zu den Eigenarten des deutschen Vereinswesens. Zudem soll es während des Umbaus möglich sein, das Depot des Hauses zu besuchen, in dem zig Gegenstände aus der Historie lagern. Ab Mitte Januar 2017 soll zudem das Arbeitszimmer im alten Bundeskanzleramt für Besucher zugänglich gemacht werden.

Gegenwart wird neu präsentiert

Auch bei der Dauerausstellung „Unsere Geschichte. Deutschland seit 1945“ wird die Umbauphase für Veränderungen genutzt. „Wenn wir eröffnen, werden wir die Zeit ab den 80ern bis in die Gegenwart völlig neu präsentieren“, sagte Präsident Hütter. Rund 500 Quadratmeter würden komplett überarbeitet, unter anderem mit den Themen Terrorismus, Flüchtlinge und Wirtschaftskrise.

Zu dieser neuen Aufmachung gehören auch neue Objekte, etwa vom Terrorangriff vom 11. September 2001 auf das World Trade Center. Das Haus der Geschichte will davon etwa Fassadenteile und die ID-Karte eines Bank-Mitarbeiters zeigen, die angebrannt gefunden wurde.

450 000 Besucher

Die Dauerausstellung wurde nach Angaben des Hauses im vergangenen Jahr von rund 450 000 Menschen besucht. Rund 300 000 schauten sich die Wechselausstellungen an. „All die Maßnahmen werden sicherlich nicht die große Zahl der Dauerausstellungsbesucher auffangen können“, sagte Hütter. Er hoffe aber, dass man danach nahtlos an das Interesse anknüpfen könne.

Das Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn wurde im Juni 1994 eröffnet – auf Initiative des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl (CDU). Bei dem aktuellen Glasdach handelt es sich noch um das erste. Die Kosten für seine Erneuerung werden mit sieben Millionen Euro veranschlagt.