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27.11.2016, 17:39 Uhr KOMMENTAR

Ärger ums Kulturgutschutzgesetz: Miteinander reden!

Kommentar von Ralf Döring

Leidenschaftliche Verfechterin des Kulturgutschutzgesetzes: Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Foto: Soeren Stache/dpaLeidenschaftliche Verfechterin des Kulturgutschutzgesetzes: Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Foto: Soeren Stache/dpa

Auktionshäuser hadern mit dem neuen Kulturgutschutzgesetz. Das war zu erwarten - aber sind die bürokratischen Hürden tatsächlich zu hoch? Dann hilft eines: Reden. Ein Kommentar.

Ein Gesetz, das neue Regeln für den Handel aufstellt, erzeugt Aufwand. Das sollten die Mütter und Väter des Kulturgutschutzgesetzes gewusst haben. Deshalb konnten sie fest von der geringen Zustimmung ausgehen, die das Gesetz finden würde. Die Szene hatte ja im Vorfeld laut genug protestiert. Weiterlesen: Museen spüren Auswirkungen des Kulturgutschutzgesetzes

Insofern ist die Reaktion der Auktionshäuser wenig überraschend: Für sie ist das neue Gesetz ein Papiertiger, und sollte stimmen, was sie sagen, ein zahnloser dazu. Denn wenn die Häuser ihre Geschäfte über Filialen im Ausland abwickeln, greift das deutsche Kontrollgesetz ins Leere. Mehr noch: Es könnte sogar befördern, was es verhindern wollte, nämlich den internationalen Handel mit geschütztem Kulturgut.

Also wieder abschaffen? Auktionshäuser, Kunsthändler und mancher Kunstfreund hätten nichts dagegen. Aber das Gesetz will ja nichts Falsches: Es will die Aus- und die Einfuhr schützenswerten Kulturguts unterbinden. Bürokratische Hürden sind dabei unvermeidlich, klar. Aber sie sollten niedrig sein. Vielleicht hilft das konstruktive Gespräch von Händlern und Gesetzgeber.


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