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25.11.2016, 16:51 Uhr KOMMENTAR

40 Jahre Punk: Freudenfeuer mit den Sex Pistols?

Kommentar von Ralf Döring


Vor 40 Jahren kam die Punk-Hymne „Anarchy in the UK“ von den Sex Pistols heraus. Grund zu feiern? Joe Corré will aus diesem Anlass das Erbe der Punk-Pioniere verbrennen. Ein Kommentar

In seinen jungen Jahren legte der Rock ‘n‘ Roll eine erstaunliche Zerstörungswut an den Tag. The Who wollten sich selbst zerstören, Jimi Hendrix hat seine Gitarre angezündet, Ritchie Blackmore zerschlug eine Fernsehkamera und zündete Verstärker an. Ziel des Furors war natürlich die Gesellschaft – und doch wurde der Rock ‘n‘ Roll massentauglich und museal. Dem gesellschaftskritischen Potenzial hat’s nicht geschadet.

Der Punk scheint da anfälliger zu sein; zumindest fürchtet das der Sohn von Sex-Pistol-Manager Malcolm McLaren, Joe Corré. Um den Sex Pistols das Schicksal des Rock ‘n‘ Roll zu ersparen, lässt Corré an diesem Samstag in Flammen aufgehen, was die Sex Pistols hinterlassen haben. Der finale Protest. Weiterlesen: Johnny Rotten wird 60

Fest steht dabei: Öffentlichkeitswirksam wird die Aktion sein. Aber rettet sie den Punk? Wohl kaum. Denn der Punk ist schneller zur Mode geworden, als die Bands ihre Gitarrenriffs schraddeln konnten, und dieser Prozess schleift revolutionäre Kanten mächtig ab. So wird Corrés Feueropfer keinen Schrecken verbreiten, sondern gepflegte Heiterkeit. Ist der Punk also tot? Um es mit Frank Zappa zu sagen: Nein. Er riecht nur komisch.


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