Zukunft der Kunsthalle Emden Eske Nannen im Interview: Qualität des Programms bleibt

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Emden. Eske Nannen scheidet im Januar 2017 aus der Geschäftsführung der Kunsthalle Emden aus. Die künftige Leitung soll Programm und Budget aus einer Hand verantworten. Eine Ära geht damit zu Ende. Im Interview wirft Eske Nannen einen Blick nach vorn.

Gemeinsam mit Ihrem Mann Henri Nannen haben Sie die Kunsthalle Emden geschaffen. Nun werden Sie im Januar aus der Geschäftsführung ausscheiden. Steht dem Museum ein tiefer Einschnitt bevor?

Nein, überhaupt nicht. Die neue Leitung wird ein gewachsenes Haus mit einem hervorragenden Team vorfinden. Ich leite das Haus jetzt seit 20 Jahren ohne meinen Mann Henri, aber zusammen mit den Gremien der Stiftung und meinen Mitarbeitern. Einer muss aber immer vornweg gehen. Das ist einfach so. Hier weiterlesen: Kunst aus Norwegen - Emden zeigt Nikolai Astrup.

Bislang gab es neben Ihnen als Geschäftsführerin eine künstlerische Leitung des Hauses. Jetzt sollen beide Funktionen in einer Person vereint werden. Warum ist das so wichtig?

Ich denke, dass eine Person das Haus nach außen vertreten sollte. Da ich mich zurückziehen werde, sollte eine Person auch den Part der Geschäftsführung mit übernehmen. Das ist einfach die Zukunft. Ich werde aber auch begleitend in den nächsten Jahren im Haus präsent sein. Die neue Leitung werden wir bis Ende November vorstellen. Hier weiterlesen: Neue Kunst für Museen? Ohne Mäzene geht nichts .)

Das Land Niedersachsen hat seinen Zuschuss für die Kunsthalle erhöht. Dennoch weist der Etat weiter ein Defizit auf. Wie soll es mit der Finanzierung der Kunsthalle weitergehen?

Mein Dank gilt zunächst dem Land und der Stadt, die das Museum großartig unterstützen. Das Land Niedersachsen bringt pro Jahr 850000 Euro, die Stadt Emden immerhin 550000 Euro auf. Hinzu kommen Förderer und Sponsoren. Wir sind aber auch dabei, das Haus intern zu verschlanken und bedacht, damit Kosten zu senken. Trotzdem muss die Qualität des Ausstellungsprogramms erhalten bleiben. Die Kunsthalle Emden weist mit 40 Prozent Eigenfinanzierung einen sehr guten Wert auf. Ohne Sponsoren geht es natürlich nicht. Das betrifft vor allem den Ausbau der Sammlung. Hier weiterlesen: Museum an der Zeitenwende - wer kommt nach Eske Nannen?)

Im nächsten Jahr wird die Kunsthalle Emden die Ausstellung „American Dreams“ gemeinsam mit dem Museum im niederländischen Assen ausrichten. Sind solche Kooperationen die Zukunft?

Absolut. Gerade grenzüberschreitende Kooperationen sind sehr wichtig. Wir stehen seit Jahren im Kontakt mit dem Museum in Assen und verwirklichen jetzt unser erstes gemeinsames Projekt. Allerdings steht die Finanzierung noch nicht. Daran arbeiten wir noch. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir dabei Erfolg haben werden. Wir denken auch an Kooperationen mit Norwegen. Die aktuelle Ausstellung mit Bildern von Nikolai Astrup ist dafür ein schönes Beispiel. Unser früherer Direktor Nils Ohlsen arbeitet jetzt ja an der Nationalgalerie in Oslo. Hier weiterlesen: Vitaminbombe - Früchtebilder in der Kunsthalle Emden.)

Das Museum hat sich mit gediegenen Ausstellungen von Malerei einen Namen gemacht. Wünschen Sie sich für die Zukunft weitere Schwerpunkte im Programm?

Ich begeistere mich auch für Fotografie und Skulpturen. Vom Herzen her liegt mir die Malerei natürlich sehr. Das hängt auch mit unserer Sammlung zusammen. Man muss aber für alles offen sein. Große Ausstellungen mit prominenten Malern haben allerdings weiterhin beim Publikum besonderen Erfolg. Hier weiterlesen: Leuchtturm im Nordwesten - Kunsthalle Emden wird 25 Jahre alt .)

Die Kunsthalle Emden genießt als familiär wirkendes Haus hohe Sympathie beim Publikum. Was ist das Geheimnis der Kunsthalle?

Das habe ich kürzlich unsere Mitarbeiterin Renate Buschmann an der Kasse gefragt. Die Antwort war: Das sind wir. Das Team zählt. Die liebevoll zusammengestellten Blumen an der Kasse sind dafür immer ein Zeichen. Ohne den Zusammenhalt des Teams hätte die große Auktion, die wir für die Kunsthalle in Hannover veranstaltet haben, nicht erfolgreich sein können. Die Auktion brachte 370000 Euro. Dazu kamen noch jeweils 70000 Euro an Bar- und Sachspenden. Hier weiterlesen: „Besuch wird sich weiter lohnen“ - Eske Nannen im Gespräch .)

Ein Sprichwort lautet: Niemals geht man so ganz. In welcher Form wird Eske Nannen der Kunsthalle Emden erhalten bleiben?

Wir planen neue Gremien. In diesem Rahmen werde ich präsent bleiben. Das gilt auch für weitere Mitglieder unseres Stiftungsvorstandes.


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