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Marvel-Kommentar Whitewashing: Ist „Doctor Strange“ rassistisch?


Berlin. Gegen den Marvel-Film „Doctor Strange“ wurde der Vorwurf des rassistischen Whitewashing laut. Weil Tilda Swinton mit The Ancient One eine Figur spielt, die im Comic Asiate ist. Lernt Hollywood nichts aus seinen Fehlern?

The Ancient One, eine Hauptfigur der Comics um Doctor Strange, ist Asiate. Im Film spielt die weiße Tilda Swinton den Part; und deshalb dreht sich jetzt alles ums Whitewashing – der Unterdrückung von Vielfalt zugunsten von Weißen. Ja, lernen die in Hollywood denn gar nichts? Die Sensibilität ist inzwischen groß. Gut so. Dass im Studio gar nicht darüber nachgedacht wurde, darf man gerade deshalb ausschließen. Erst im Frühjahr hatte sich Hollywood einen massiven Imageschaden eingehandelt, als nur weiße Stars für den Oscar nominiert waren. Die Debatte um den Hashtag #OscarsSoWhite hat gesessen. (Marvel‘s Doctor Strange: Wie schlimm ist es wirklich? Zur Kritik)

„Marvel’s Doctor Strange“ ist weniger eindeutig als das Schlagwort Whitewashing

Tatsächlich haben gerade die Marvel-Filme einen bunteren Cast als Durchschnittsproduktionen. Und im Fall von The Ancient One wechselt die Figur neben der Herkunft auch das Geschlecht – ein Plus an Diversität, zumal die Heldin von Tilda Swinton gespielt wird, einer Ikone des Queer Cinema. Der Film schreibt ihr vorauseilend einen keltischen Ursprung zu, was angesichts ihres Wohnorts Nepal eine Krücke bleibt. Wieso war sie nötig? Vielleicht wirklich, weil das Studio zu feige war, dem chinesischen Markt einen Helden aus Tibet vorzusetzen, wie einer der Drehbuch-Autoren meint. Das ist nicht viel besser als Whitewashing. Es zeigt aber, dass die Zusammenhänge heute weniger eindeutig sind als das Schlagwort. Wie viel verdient ein Marvel-Superheld? Paul Bettany alias Vision über „Koffer voll Geld“



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