Ein Bild von Dr. Stefan Lüddemann
10.10.2016, 17:21 Uhr TRAUER UM HAMBURGS KULTURSENATORIN

Barbara Kisseler und die Konjunkturen der Kulturpolitik

Kommentar von Dr. Stefan Lüddemann

Auf dem Oberdeck der Kulturpolitik:  Hamburgs Kultursenatorin Barbara Kisseler (rechts) und der Generalintendant der Elbphilharmonie und Laeiszhalle, Christoph Lieben-Seutter stehen am 25.04.2012 in Hamburg im Hafen vor der Baustelle der Elbphilharmonie. Die Kultursenatorin Barbara Kisseler ist mit 67 Jahren verstorben. Foto: dpaAuf dem Oberdeck der Kulturpolitik: Hamburgs Kultursenatorin Barbara Kisseler (rechts) und der Generalintendant der Elbphilharmonie und Laeiszhalle, Christoph Lieben-Seutter stehen am 25.04.2012 in Hamburg im Hafen vor der Baustelle der Elbphilharmonie. Die Kultursenatorin Barbara Kisseler ist mit 67 Jahren verstorben. Foto: dpa

Hamburg. Barbara Kisseler wird betrauert. Zu Recht. Sie hat Kulturpolitik gestaltet und Kultur damit Räume geschaffen. Das ist heute selten.

Ob es Barbara Kisselers größte Leistung war, am Ende sogar den spröden Hamburgern Begeisterung für die schönen Künste vermittelt zu haben? Die Elbphilharmonie wird sie nun nicht mit eröffnen können. Dabei war es die Senatorin, die den beinahe havarierten Luxusliner der Hochkultur wieder flottbekam, sich um die Probleme der Museumsstiftungen kümmerte und bei Personalentscheidungen wie derjenigen für die Theaterintendantin Karin Beier Geschick bewies. Hier weiterlesen: Digitale Strategien - Kulturhäuser in der Offensive.

Barbara Kisselers Name wurde, ebenso wie derjenige des Ruhr-2010-Machers Oliver Scheytt, immer wieder gehandelt, wenn es um Kandidaten für den Posten des Staatsministers für Kultur und Medien in Berlin ging. Die Frau galt mit Grund als ministrabel. Mehr Lob konnte sie sich kaum verdienen. Hier weiterlesen: Kulturpolitik am Scheideweg - Oliver Scheytt im Interview .

In ihrer Karriere spiegelt sich zugleich der Bedeutungswandel der Kulturdezernenten in deutschen Städten. Als sie startete, hatte Hilmar Hoffmann gerade die „Kultur für alle“ ausgerufen. Zuletzt betrieb Kisseler mit der Elbphilharmonie Kulturpolitik als Metropolenentwicklung. Kultur zwischen Sozialarbeit und Stadtmarketing– Barbara Kisseler hat diesen Spagat gemeistert. Auch das ist keine kleine Leistung. Hier weiterlesen: Barbara Kisseler mit 67 Jahren gestorben.


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