Interview zur Tabaluga-Tour Peter Maffay über Freundschaft, Liebe und Religion

Meine Nachrichten

Um das Thema Kultur Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Berlin. Gerade ist Peter Maffay zur jüngsten „Tabaluga“-Tournee aufgebrochen – mit über 60 Shows die größte von allen. „Es lebe die Freundschaft“ lautet das Motto der Tour.

Auf der Dachterrasse eines Berliner Luxushotels erzählt der 67-Jährige von Fans, aus denen Freunde wurden, von seiner Rückkehr zur Religion und sein umfangreiches humanitäres Engagement:

Herr Maffay, Sie sind gerade 67 geworden. Als normaler Arbeitnehmer dürften Sie spätestens jetzt die Gitarre fallen lassen, weil das Rentenglöckchen gebimmelt hat.

Als ich mit 14 die Gitarre in die Hand genommen habe, da habe ich genau versucht, das zu vermeiden, was mir normalerweise blühen würde. Ich wollte einen Beruf, in dem diese Parameter nicht gelten. Die Zeiten haben sich verändert, man sieht das Alter anders. „Traue keinem über 30“, sagt heute keiner mehr. Andere Faktoren sind viel entscheidender, und solange ich Spaß an der Arbeit und eine Zielsetzung habe, gibt es für mich keinen Grund, mich in solche Gedanken zu vertiefen.

Lindenberg, Grönemeyer, Westernhagen, Maffay – die vier populärsten deutschen Rockmusiker spielen mittlerweile alle in der Ü-60-Band.

Und wenn man in andere Länder wie Spanien, England, Frankreich und USA schaut, sieht es ähnlich aus.

Woran liegt es, dass jüngere Rockmusiker heute nicht mehr diese Aura, das Charisma, die Popularität entwickeln wie die vier genannten?

Das haben sie doch, einige zumindest. Man kann nicht sagen, es gebe diese Typen nicht mehr. Aber das Umfeld existiert nicht mehr, das so eine Entwicklung ohne Weiteres zulässt. Wir vier hatten das Glück, uns in einer Zeit entwickeln zu können, in der diese Dimension leichter möglich war. Mittlerweile hat sich der Musikmarkt grundsätzlich verändert, die Zahl der verkauften Tonträger und die Vermarktung, die wir früher hatten, sind heute kaum noch möglich. Damals gab es zwei Fernsehsender und eine Unterhaltungsshow erreichte 20 oder 25 Millionen Zuschauer. Ein einziger TV-Auftritt reichte mitunter, um einen Hit zu landen. Vieles ist durch die Medienvielfalt und die Neuen Medien kleinteiliger und kurzlebiger geworden. Jemanden kontinuierlich aufzubauen steht deshalb schon lange nicht mehr an erster Stelle auf der Agenda einer Tonträgerfirma, das können die sich meistens gar nicht mehr leisten. Sie können nur noch orten, wo es etwas Vermarktbares gibt, ziehen das an sich heran, und wenn es nicht auf Anhieb funktioniert, heißt es: Auf geht’s zum nächsten Trend.

Was sagen eigentlich die Freunde Ihres zwölfjährigen Sohnes dazu, dass der so einen berühmten Vater hat?

Nicht viel, weil Yaris das nicht thematisiert und seine Freunde eigentlich auch gar nicht genau mitbekommen, was ich mache. Er geht ja auf Mallorca in die Schule, daher kennen mich nur ein paar seiner Freunde.

Sie sind auf Mallorca also wirklich incognito?

Einige wenige spanische Freunde und Familien wissen natürlich, was ich mache, aber für die ist das nicht unbedingt wichtig. Wenn ich ins Dorf gehe, bin ich Peter von der Finca Ca’n Sureda, und dass der auch Musik macht, ist vielleicht in der Bar Español ein Thema. Dann fragt man mich: „Was macht deine Tour? Bist du wieder unterwegs?“, und ich sage „Ja, ich bin wieder unterwegs“ – und das war’s dann.

Yaris bringt seine Freunde also auch mit nach Hause wie andere Jungs das auch tun?

Ja, sicher. Sie verbringen die Zeit zusammen, und wenn mal einer ein Instrument herumstehen sieht, dann fragen sie, ob sie mal spielen dürfen. Mehr nicht.

Aus Vätern und Söhnen werden irgendwann bestenfalls mal Freunde. Sind Sie da mit Yaris auf einem guten Weg?

Aus Gründen der Autorität bezeichnet ein Sohn seinen Vater in jungen Jahren noch nicht als Freund, da ist er zunächst mal der Papa. Erst gemeinsame Erlebnisse und Erfahrungen schaffen die Basis für den Begriff Freund. Bei mir hat es auch eine ganze Weile gebraucht, bis ich meinen Vater als Freund bezeichnet habe. Am Anfang habe ich das sehr vorsichtig gemacht, weil ich nicht wusste, wie er es aufnimmt. Jetzt, wo wir altersmäßig immer mehr in dieselbe Liga reinrutschen – mein Vater ist 90 –, ist es eindeutig so, dass er einer meiner besten Freunde ist. Weil das so ist, wünsche ich mir das bei meinem Sohn natürlich auch, aber das entscheidet er, wenn es so weit ist. Ich bin schon sein Freund – er muss noch rausfinden, ob er meiner sein will.

In welchem Alter haben Sie denn Ihren Vater als Freund bezeichnet?

Als ich 30 oder 35 war, habe ich diesen Begriff benutzt, ohne Schwierigkeiten zu haben.

Wo lebt Ihr Vater heute?

In Mühldorf am Inn. Das ist auf halber Strecke zwischen München und Passau.

Wenn Yaris volljährig wird, sind Sie 73 – eine gute Voraussetzung für eine Freundschaft?

Wenn ich mich richtig verhalte, dann ja. Es liegt nicht an ihm, sondern immer an dem Älteren. Der Kleine wird wie alle anderen Kinder auf das Angebot eingehen, das man ihnen macht. Wenn ein Angebot gut ist, nehmen sie es an und machen was daraus.

Haben Sie eigentlich schon die Bekanntschaft von Maha Vajiralongkorn gemacht?

Ich habe keine Ahnung, wer das ist.

Ihr neuer Nachbar in Tutzing. Ein thailändischer Prinz, der womöglich bald König wird.

Ach, der hat dieses Haus gekauft? Dann hat er sich ja ne gute Ecke ausgesucht (lacht). Vielleicht wohnt er ja auch noch gar nicht da, an dem Haus wird zumindest noch gearbeitet. Ich weiß ja nicht, wie er gestrickt ist – ob er mit dem Fahrrad daherkommt...

Wohl eher mit Security.

Das kann ich mir nicht vorstellen. Das muss in unserem Tutzing nicht sein. Ich erlebe da immer nur eine sehr wohltuende Normalität.

Aber ist es nicht so, dass jemand, der zugezogen ist, mal nebenan anklingelt und sagt „Hallo, ich bin der neue Nachbar“?

Vielleicht hat er es ja schon probiert, und ich war nicht da. Wenn er klingelt, und ich bin zu Hause, dann lass ich ihn rein. Dabei spielt es aber keine Rolle, ob er der Prinz ist oder der Gärtner des Prinzen. Nachbar ist Nachbar. Ich würde es übrigens genauso machen, wenn ich irgendwo hinziehe – mal eben Bescheid sagen: Wundern Sie sich nicht, ich wohne jetzt nebenan.

Haben Sie eigentlich noch alte Freunde in Rumänien?

Ja. Aber nicht mehr viele, weil die meisten so wie wir irgendwann abgehauen sind. Es gibt aber noch einige, mit denen ich bis zu meinem 14. Lebensjahr eine gemeinsame Zeit in Kronstadt verbracht habe. Und es gibt auch einige beziehungsweise deren Kinder, die jetzt wieder zurückkehren. Ich finde diese Entwicklung gut, weil sie nichts mit Revanchismus zu tun hat, sondern mit dem Zusammenwachsen Europas. Da kommt ja niemand aus Deutschland, Österreich oder sonst woher und sagt, er wolle sein Eigentum zurückhaben. Die Leute interessieren sich für ihre Wurzeln, die Geschichte, die Kultur und das Land. Die Liebe zu einem Landstrich kann Menschen verbinden. So werden Brücken gebaut.

Wenn man reich und berühmt wird, kommen zu den guten Freunden auch mal falsche Freunde dazu. Haben Sie diese Erfahrung auch machen müssen?

Ich glaube nicht, dass man reich und berühmt sein muss, um Erfahrungen mit falschen Freunden zu machen. Aber es ist natürlich richtig, dass manchmal auch Leute aufkreuzen, die etwas zum Eigennutz wollen und das aber nicht zu erkennen geben. Ich weiß, dass so etwas passieren kann, aber ich glaube, dass ich durch meine Erziehung und mein Umfeld gut genug davor geschützt bin. Der Irrtum, dem ich manchmal erliege, geht eher in die andere Richtung.

Inwiefern?

Indem ich Leute falsch einschätze und sich jemand, der mir auf den ersten Blick unsympathisch ist, kurz darauf als sehr sympathisch erweist. Das ist für mich durchaus manchmal ein Anlass, an meiner Urteilskraft zu zweifeln.

Können Sie dann über Ihren Schatten springen und dem anderen sagen „Tut mir leid, ich habe mich in dir getäuscht“?

Ja. Ich bilde mir ein, gelernt zu haben, keine Zeit zu vergeuden. Wenn irgendetwas abzuhandeln ist, versuche ich das immer gleich zu erledigen und nicht zu warten. Das hat den Nachteil, dass ich manchmal ein bisschen vorschnell urteile. Dazu gehört dann aber auch, dass ich mir selbst und dem anderen die Fehleinschätzung eingestehen muss.

Sie haben vier Ehen hinter sich – wie viel Freundschaft bleibt von einer Beziehung, wenn sie mal zerbrochen ist?

Das ist sehr unterschiedlich. Und es ändert sich auch mit der Zeit, die vergeht. Es gibt Brüche, die am Anfang unüberwindbar scheinen: Bruch, Schluss, nie mehr wieder. Und manchmal entsteht aus diesem „Nie mehr wieder“ doch noch etwas Neues. Nicht mehr auf demselben Level wie vorher, aber mit einer gewissen Akzeptanz und Respekt und daraus resultierend einer angenehmen Normalität.

Wie definieren Sie den Unterschied zwischen Freundschaft und Liebe?

Das ist eine gute Frage (denkt lange nach). Freundschaft und Liebe sind manchmal überlappend. Ohne Liebe geht Freundschaft eigentlich nicht. Ich liebe auch einen Freund, zwar nicht körperlich, aber ich liebe ihn. Liebe ist eh der Motor von allen guten Verhaltensnormen. Zu einer Freundschaft gehört Liebe, und zur Liebe gehört Freundschaft. Du solltest mit einer Frau, in die du verliebt bist, auch befreundet sein.

Haben Sie auch Freunde, die anfangs nur Fans waren?

Ja. Es gibt einen, er heißt Albert Rung. Er kommt aus einem hoch liegenden Tal in Südtirol. Albert stand irgendwann als 16- oder 17-Jähriger im Publikum und outete sich als Mega-Fan. Er hatte eine schwierige Lebensphase und einen sehr schweren Unfall überstanden und ist uns über die Songs und deren Inhalte nähergerückt. Das Verhältnis wurde immer intensiver, aber auf eine völlig unaufdringliche Art. Er war stets respektvoll, sehr interessiert und immer da, wenn wir gespielt haben oder es eine Veröffentlichung gab. Jedes Jahr im Herbst kam er mit einer Kiste voller Äpfel aus Südtirol und wiederholte jedes Mal eine Einladung, die ich nie angenommen habe...

Bis?

...ich irgendwann sagte: Okay, ich besuch dich mal. Das habe ich dann auch gemacht. Ich war ein paar Tage mit meinem Kleinen bei ihm. Albert hat eine sehr hübsche Tochter, die er alleine aufgezogen hat und die heute in Innsbruck studiert. An ihm habe ich Dinge entdeckt, die mir gefallen haben.

Zum Beispiel?

Sein Umgang mit Menschen. Außerdem ist Albert ein sehr gläubiger Mensch und hat diesen Aspekt auch bei mir entdeckt, obwohl ich schon vor vielen Jahren aus der Kirche ausgetreten bin. Durch ihn bin ich auf ganz eigene Art und Weise wieder in Glaubensfragen eingestiegen.

Sind Sie heute wieder Mitglied der Kirche?

Das nicht, aber absolut gläubig. Irgendwann habe ich zu Albert gesagt: Ich brauche so ein Kruzifix, das man sehen kann, wenn man bei mir zum Tor reinkommt oder das Haus verlässt. Er hat es mir dann nicht nur besorgt, sondern auch weihen lassen und mir sogar einen Brief des Pastors mitgebracht, der dieses schön geschnitzte Holz-Kruzifix gesegnet hat.

Hält der Kontakt zu Albert bis heute?

Vor eine Woche klingelte es bei mir an der Tür – und wer steht draußen? Albert mit Äpfeln. (lacht)

Sie sagen, er habe bei Ihnen wieder eine Religiosität geweckt. Können Sie im Glauben einen Freund im Sinne eines Ratgebers finden?

Wollen Sie mich jetzt fragen, ob der liebe Gott mein Freund ist? (lacht) Also, ich glaube jetzt nicht, dass Gott ein älterer Herr mit langem weißen Bart und gütigem Blick ist. Was meinen Sie mit Ihrer Frage?

Können Sie sich durch Ihren Glauben Fragen beantworten, auf die Sie aus sich selbst heraus keine Antworten finden?

(überlegt lange und wiederholt murmelnd die Frage) Ja, ich denke schon. Zu glauben heißt ja, die eigene menschliche Begrenztheit zu akzeptieren und für wesentliche Fragen des Lebens eine höhere Instanz anzusprechen. Dass daraus eine Kraft erwächst, die uns noch trägt, wenn alles andere versagt, ist die Basis für meinen Glauben oder – wenn Sie so wollen – für mein Gottvertrauen.

Haben sich auch über die Tabaluga-Stiftung Freundschaften entwickelt?

Ja, aber da mehr mit den Mitarbeitern. Die Stiftung fordert uns wirklich sehr, allein das Engagement in Rumänien und die Gegebenheiten im Dorf Radeln sind ein sehr komplexes Thema. Sinti und Roma hatten gerade in den ehemaligen Ostblockstaaten nicht mal mehr am Rande der Gesellschaft einen Platz, sie waren eigentlich gar nicht da, quasi unsichtbar. Ceausescu hat sie in dieses Dorf gepackt und Themen wie Arbeit, Bildung und Perspektiven einfach ausgeblendet. Als wir dorthin kamen, haben wir diese Erosion sehr deutlich gesehen.

Woran haben Sie das sehen können?

An den kaputten Häusern, an einer von Schlaglöchern übersäten Straße, an fehlender Kanalisation, fehlender Trinkwasserversorgung, fehlender medizinischer Versorgung, an den Tagelöhnern, die um schlecht bezahlte Jobs konkurrieren. Wir sind dahin gegangen – nicht ahnend, dass es so heftig werden würde.

Welche Aufgabe haben Sie sich da gestellt?

Obwohl es so nicht in unseren Statuten steht, haben wir uns als Stiftung gefragt, welchen Beitrag wir leisten können, um die Lebensumstände der Menschen in dem Dorf zu verbessern. Und dann ging es los: Ich war etliche Male in Bukarest, habe in Ministerien vorgesprochen, habe Geld gesammelt. Das hat dazu geführt, dass in diesem Jahr die dreieinhalb Kilometer lange Straße von der Hauptstraße ins Dorf asphaltiert wird. Wobei der Vorteil nicht in der Asphaltdecke besteht, sondern in der Tatsache, dass unter dieser Asphaltdecke eine Kanalisation liegt. Das Dorf wird zum ersten Mal mit einer Kanalisation versehen. Außerdem haben wir versucht, die öffentliche Sicherheit im Dorf zu verbessern. Wenn es keine Arbeit gibt, sind Kriminalität und Prostitution eben die Wege, um sich über Wasser zu halten.

Das ist allerhand.

Aber nicht alles. Wir haben auch erreicht, dass es eine Tiefenbohrung gab, die im wasserarmen Transsylvanien fast bis auf Meeresniveau ging, also etwa 500 Meter tief sein muss. Demnächst werden die einzelnen Häuser an die Wasserleitung angeschlossen. Seit drei Jahren gibt es zudem eine ärztliche Versorgung, die wir in Kooperation mit einer anderen Stiftung möglich machen. Jetzt können sich Kinder und alte Leute, die das Dorf nicht verlassen können, zum ersten Mal impfen und die Zähne machen lassen. Wir haben einige feste Arbeitsplätze geschaffen – auf einem Bio-Bauernhof, in ein paar Werkstätten und so weiter. Die Mitstreiter, die das alles da unten durchboxen – das sind Leute, mit denen man irgendwann mal Freundschaft schließt.

Sie zählen ja auch Politiker zu Ihren Freunden – Steinmeier, Gabriel und Scholz. Was machen diese Freundschaften aus?

Da spielt mein Bauchgefühl eine Rolle: Man kauft jemandem ab, dass er wirklich etwas für die Gesellschaft bewegen möchte. Irgendwann ergibt sich eine persönliche Begegnung, die bestätigt, was man angenommen hat. Und dann geht man einen Schritt weiter, schließt Bekanntschaft oder plant ein gemeinsames Projekt. Rock gegen rechts war so eine Geschichte.

Die drei genannten Politiker gehören alle der SPD an – können Sie sich auch vorstellen, mit einem CDU-Politiker befreundet zu sein?

Ja klar, ich habe keine Scheuklappen, und mich interessiert das Parteibuch nicht, solange es nicht aus einer ganz üblen Ecke kommt. Was mich an der Politik vor allem stört, ist, wenn Lösungsansätze nur deshalb nicht akzeptiert werden, weil sie aus einer anderen Partei kommen. Damit vergeudet man viele Chancen. Ich bin zum Beispiel auch mit Armin Laschet von der CDU befreundet. Wir haben mal ein superschönes Projekt zusammen gemacht – den Austausch von palästinensisch-israelischen Kindern mit Kindern aus Westfalen. Dadurch sind wir ein bisschen näher zusammengerückt.

Das Wort „Freunde“ hat durch Facebook ja eine ganz andere Bedeutung gewonnen. Sie sprechen die Menschen auf Ihrer Facebook-Seite und der Bühne auch mit „Freunde“ an. Das können ja nicht alles Ihre Freunde sein.

Korrekt. Bei Facebook ist das die Einladung, sich miteinander zu beschäftigen. Die Voraussetzungen sind aber nicht so, dass man von einer wirklichen Freundschaft sprechen könnte. Aber das gegenseitige Interesse ist da, sonst würde man sich nicht austauschen. Wenn jemand in ein Konzert geht, ist es ähnlich. Seine Präsenz allein ist ja schon ein Angebot, ein Blumenstrauß, den mir jemand mitbringt. Diese Menschen spreche ich mit „Hallo, Freunde“ an und lade sie ein, ihr Interesse zu vertiefen. Und aus diesem Irgendjemand, der da gekommen ist, wird vielleicht ja mal jemand, der mit Äpfeln vor meiner Tür steht.

Einer von Millionen?

Mir ist schon klar, dass das relativ oberflächlich ist, aber ich reiße mir auch keinen Zacken aus der Krone, wenn ich jemandem entgegenkomme. Ich biedere mich mit dem Begriff „Freunde“ nicht unerträglich an, zumindest hoffe ich, dass ich es nicht tue.

Bei Facebook ist man mit Leuten „befreundet“, die man womöglich nicht mal persönlich kennt.

Das ist schon ein etwas leichtsinniger Umgang mit diesem Begriff und der Tatsache geschuldet, dass Facebook aus den USA kommt. Dort ist „friends“ viel umfassender gemeint als unsere deutsche Übersetzung „Freunde“. Man sollte mit dem Begriff „Freunde“ in der Tat nicht allzu inflationär umgehen. Eine Freundschaft muss wachsen und sich bestätigen und bewahrheiten.

Alle Termine der Tabaluga-Tour unter http://www.tabaluga.com/ termine/


Peter Maffay

wird am 30. August 1949 als Sohn eines ungarischen Flugzeugmechanikers und einer Deutschen aus Siebenbürgen im rumänischen Kronstadt (Brasov) geboren. Als er 14 Jahre alt ist, hat der Ausreiseantrag seiner deutschen Eltern aus dem stalinistischen Land Erfolg. Die Familie lässt sich im bayerischen Mühldorf am Inn nieder. Maffay besucht das Gymnasium, muss es aber nach zweimaligem Sitzenbleiben verlassen, beginnt eine Lehre als Chemiegraf und gründet seine erste Band. 1969 produziert Schlagertexter Michael Kunze mit ihm die Single „Du“, die mehr als eine Million Mal über die Ladentische geht und ihm den großen Durchbruch beschert. Es folgen Schlager wie „Angela“, „Josie“ oder „Und es war Sommer“. Doch Maffay strebt einen Imagewechsel an, pausiert und feiert 1979 mit der rockigen LP „Steppenwolf“ ein triumphales Comeback. Nachfolger „Revanche“ wird noch erfolgreicher, Maffay spielt 1982 im Vorprogramm der Rolling Stones.

Neue Wege beschreitet der Musiker mit dem Kinder-Rockmärchen „Tabaluga“ und als Schauspieler („Der Joker“). Im Jahr 2000 gründet er eine Stiftung, die sich um traumatisierte Kinder kümmert. Auf Mallorca gestaltet er eine Finca so, dass schwer kranke Kinder dort therapeutisch betreut werden und für zwei Wochen Ferien machen können, um ihr Leiden zu lindern. 2008 erforscht er mit Reportern des MDR seine wechselvolle Familiengeschichte in Rumänien, mittlerweile engagiert sich seine Stiftung auch dort.

Mit seinem aktuellen Tabaluga-Album „Es lebe die Freundschaft“ erobert Maffay zum 17. Mal die deutschen Charts und ist damit der erfolgreichste deutsche Rockmusiker. Am 7. Oktober startet er zur ausgedehnten Tabaluga-Tour mit über 60 Shows. Das aufwendige Equipment wird dabei von 17 38-Tonnern durch die Republik transportiert.

Seit Ende 2015 ist Maffay mit der 28-jährigen Lehrerin Hendrijke Balsmeyer zusammen, die er kennenlernt, als er sie wenige Monate nach der Hochzeit mit seiner vierten Frau Tania bei einem Konzert in Magdeburg zu sich auf die Bühne holt. Das Paar lebt in Tutzing und auf Mallorca. Verheiratet ist der 67-Jährige aber noch mit Tania, mit der er den gemeinsamen Sohn Yaris (12) hat.

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN