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Mitreißendes Abenteuer So gut ist Cornelia Funkes Drachenreiter-Fortsetzung

Bestsellerautorin Cornelia Funke 2014 im Günter-Grass-Haus in Lübeck neben der Illustration „Drachenreiter“ (1997). Foto: dpaBestsellerautorin Cornelia Funke 2014 im Günter-Grass-Haus in Lübeck neben der Illustration „Drachenreiter“ (1997). Foto: dpa

Osnabrück. 19 Jahre mussten die Fans warten: Endlich hat Cornelia Funke eine Fortsetzung des überaus erfolgreichen „Drachenreiter“ geschrieben. Ab heute ist das neue Abenteuer im Handel.

Der Kinderroman „Drachenreiter“ wurde in Deutschland 500 000 Mal verkauft und weltweit 2,9 Millionen Mal und gilt als Cornelia Funkes („Tintenherz“) erfolgreichstes Kinderbuch. Funke ist die international erfolgreichste deutsche Kinder- und Jugendbuchautorin. Sie wurde 1958 in Dorsten geboren. Ihre insgesamt über 50 Bücher sind in mehr als 50 Sprachen erschienen und haben viele Preise erhalten. Die Autorin lebt seit einigen Jahren im kalifornischen Malibu.

Schutzstation für Fabelwesen

Darum geht es in „Drachenreiter – Die Feder eines Greifs“: Die letzten drei Pegasusfohlen sind bedroht. Allein die goldene Sonnenfeder eines Greifs kann Rettung bringen. Doch die Greife gehören zu den gefährlichsten Fabelwesen überhaupt. Sie haben den Leib eines Löwen, den furchteinflößenden Schnabel eines Raubvogels und Flügel dazu. „Die Greife werden dir den Kopf abbeißen, nur weil du dich nicht tief genug vor ihnen verbeugt hast!“, wird vor ihrer Grausamkeit gewarnt. Hauptfigur des fantastischen, mitreißenden Abenteuerromans ist der 14-jährige Ben, der bei seiner Pflegefamilie in MÍMAMEIÐR lebt. MÍMAMEIÐR ist eine Schutzstation für Fabelwesen.

Steinzwerge und Senfwichtel

Der Leser lernt Steinzwerge kennen, Große Kraken, Sphinxe, stachlige Schlammfresser oder Senfwichtel und sogar eine Zentaurin. Einst ist Ben auf dem Silberdrachen Lung geritten, der mit seinen Artgenossen mittlerweile am „Saum des Himmels“ im Himalaja lebt. Die Trennung fiel den Freunden schwer. Nun werden sich die zwei wiedersehen, jedoch unter ganz und gar ungünstigen Umständen: Ben, sein Pflegevater, eine singende Flugratte, ein baumvernarrter Fjordtroll und der Homunkulus Fliegenbein haben sich in den indonesischen Dschungel aufgemacht, um eine der rettenden Sonnenfedern zu besorgen. Nur zehn Tage bleiben der kleinen Gruppe und die Greife geben die seltenen Federn nicht freiwillig her. Als die Gefährten gefangen genommen werden, kann nur noch Lung helfen. Vielleicht auch Shrii, der aus der Art geschlagene, buntgefiederte Greif.

Meisterhafte Illustrationen

Wiederum stammen die meisterhaften Schwarz-weiß-Illustrationen von der Autorin selbst und wiederum verfällt man Funkes schöner Sprache und den lebendig gezeichneten Figuren. Dass jeder Satz ihre persönlichen Überzeugungen deutlich macht, wirkt keineswegs störend. Wie selbstverständlich wird beispielsweise das Flugzeug, mit dem Ben und die Seinen unterwegs sind, mit Laub, Sand und Meerwasser betankt. Die Autorin hat ihr neues Buch all denen gewidmet, „die den Mut haben, zu beschützen statt zu beherrschen, zu behüten statt zu plündern und zu erhalten statt zu zerstören.“ Diesen zweiten Drachenreiter-Band kann man unabhängig vom ersten lesen. Beide Märchenabenteuer eignen sich wunderbar zum Vorlesen. Einen Kinofilm wird es auch bald geben.


Cornelia Funke (Text und Illustrationen): „Drachenreiter – Die Feder eines Greifs“. Dressler, 415 S., 18,99 Euro, ab 10. Hörbuch bei Atmende Bücher. Gelesen von Rainer Strecker und der Autorin. 10 CDs, 24,99 Euro.

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