Seit Jahrzehnten unverändert Bärenmarke: Wieso braucht der Bär den Retro-Look?

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Nichts geht über Bärenmarke, Bärenmarke zum Kaffee: Der Klassiker unter den Werbetieren ist der Kondensmilchbär aus Bayer. Screenshot: baerenmarke.de, dabNichts geht über Bärenmarke, Bärenmarke zum Kaffee: Der Klassiker unter den Werbetieren ist der Kondensmilchbär aus Bayer. Screenshot: baerenmarke.de, dab

Berlin. Der Bärenmarke-Bär gießt seit Jahrzehnten seine Milch in die Allgäuer Blechkannen. Wieso tut dem Werbestar die Retro-Optik so gut?

Kaum eine Werbung wirkt altbackener als die Bärenmarke-Clips mit dem seit Jahren kaum veränderten Kondensmilchbären. Ist die Retro-Optik genau die richtige Reaktion auf den Starbuck‘s-Stil?

Der Bärenmarke-Bär: Kondensmilch, die die Zeit einfriert

Seit sechzig Jahren wackelt ein schwerfälliger Braunbär durchs Werbefernsehen und kippt Milch aus Eimern in Kannen. Über Jahrzehnte ist das Bild nahezu unverändert geblieben. Und genau darin dürfte auch sein enormer Erfolg liegen. Schon einer der ersten Spots beschwört 1957 die „vertraute, gute Kondensmilch“ – und was wäre uns allen vertrauter als der Wiesenbär aus dem Allgäu? Das Tier ist von einer so überwältigenden Gemütlichkeit, dass im Dampf seines Kondensmilchkaffees auf magische Weise die Zeit stehen bleibt. (Wer hat das Walross Antje aus dem NDR-Logo vertrieben?)

Kondensmilch vs. Starbuck‘s: Bärenmarke konserviert die Vergangenheit

Die Beharrungskraft um ihrer selbst Willen ist eins der stärksten Verkaufsargumente von Bärenmarke. Denn angesichts einer ruinösen Überproduktion von Frischmilch wird das Haltbarkeitsversprechen der Büchse zum historischen Relikt. Und wer schwärmt noch ernsthaft von der schönen Karamellfärbung des Filterkaffees, wenn „Starbuck’s“ in jeder Saison neue Flavours unter den Milchschaum schießt? Um die Umwälzungen auf dem Kaffeemarkt zu ignorieren, braucht es das Selbstbewusstsein eines Bären, der seine Bergwelt bis heute so stolz präsentiert, als würde das „Schwarzwaldmädel“ immer noch die Kinocharts anführen. Dass die Dosenmilch überhaupt zur „Bärenmarke“ wurde, hat übrigens historische Gründe: Die Ursprungsfirma stammt aus Bern, und dort gehört ein Bär zum Wappen. Der Zufall blieb ein Glücksfall – bis 2006 der Problembär Bruno das Image des Werbetiers in Gefahr brachte. Bärenmarke reagierte sofort – und stattete den WWF für die Vergrämung mit einem Geländewagen aus. (Lügt der Duracell-Hase? Attacke vom Energizer-Bunny)



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