Film „SMS für Dich“ Mit Schmerz und viel Herz

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Osnabrück. Das Regiedebüt der Schauspielerin Karoline Herfurth orientiert sich an an bekannte Erfolgsformeln. Mit Schmerz und viel Herz.

Ein betrunkener Autofahrer beendet das Liebesglück von Carla. Noch eben turtelte die Kinderbuchautorin ( Karoline Herfurth ) in einem Café mit ihrem Freund Ben herum, da wird er Sekunden später wenig zum tödlichen Opfer eines Verkehrsunfalls. Zwei Jahre ist das her, doch was ihr Liebesleben angeht, befindet sich die knapp 30-Jährige noch immer in Schockstarre.

Mit reichlich Tragik fängt also „SMS für Dich“ an, der sich jedoch bald schon, ganz den Regeln des typischen „chick flick“ (amerikanisch für: „Frauenschmonzes“) folgend, zur romantischen Komödie wandelt. Und dazu gehören eben auch ungewöhnliche, quasi schicksalhafte Zusammentreffen wie das Sahnehäubchen auf die Torte.

Liebesschwüre per SMS

Denn um ihre Trauer zu überwinden, schickt Carla Liebesschwüre per SMS an das Handy des Verstorbenen. Was sie aber nicht weiß: Bens alte Nummer wurde neu vergeben, und nun erhält ausgerechnet ein etwas bärbeißiger Sportreporter ihre romantischen Sentenzen. Und die lösen etwas in dem Journalisten aus: Mark (Friedrich Mücke) verliebt sich in die junge Frau. Derweil drängt Carlas beste Freundin und WG-Mitbewohnerin Katja (Nora Tschirner) diese zu Liebesabenteuern, während Mark alles daran setzt, Carla näher kennen zu lernen.

Es überrascht nicht, dass all das, um im Diktum des Films zu bleiben, in einem „Liebesorgasmus“ enden wird. Basierend auf einem Roman von Sofie Kramer mischt Regisseurin Karoline Herfuhrt um ihr Ziel zu erreichen, hier reichlich Stereotypen, altbewährte Plotelemente und Klischees aneinander, und lässt das alles zudem in einer puppenstubenhaften „Schöner Wohnen“-Heile Welt spielen.

Gutes Schauspielensemble

Und doch: Trotz der Melange aus Küchenpsychologie, den abgegriffenen Mann-Frau-Klisches eines Matthias Schweighöfers oder Til Schweigers und des inhaltlichen ZDF-„Herzkino“-Trashs, punktet „SMS für Dich“ mit einem gut aufspielenden Schauspielensemble, das den Film weit weniger affektiert erscheinen lässt, als er auf dem Papier wirkt.

Und dazu gehören neben den Hauptdarstellern vor allem Frederick Lau als Marks Kumpel, sowie Katja Riemann in einer gelungenen Parodie auf Schlagerkönigin Helene Fischer. Und auch wenn der Film am Ende in holde Schlagerseligkeit verfällt, so tut er das durchaus mit einem Augenzwinkern.

Sein Publikum könnte der Film durchaus finden. Nicht zuletzt deswegen, weil sich Karoline Herfurth an eine alte Produzentenweisheit hält: „Im Seichten kann man nicht untergehen“. Vielleicht aber auch, weil sie vor allem eins hat: Charme.



„SMS für Dich“. D 2016. R.: Karoline Herfurth. D.: Karoline Herfurth, Friedrich Mücke, Nora Tschirner, Frederick Lau, Katja Riemann. 107 Min. FSK: ohne Altersbeschränkung. Cinema-Arthouse, Cinestar, Filmpassage.

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