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Erfolgreiche Deutschbrasilianer Weltstars von Gisele Bündchen bis Oscar Niemeyer

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Osnabrück. Sie sind erfolgreiche Grenzgänger der Kultur - Deutschbrasilianer. Vor allem Model Gisele Bündchen und Architekt Oscar Niemeyer starteten zur Weltkarriere.

Bei dem Namen Gisele Bündchen denkt sicher niemand an Fachwerk und Trachtenlook, eher an ein Supermodel mit 1,80 Meter-Gardemaß und eigener Flipflop-Kollektion. Dabei gehört der Weltstar unter den Models zu jenen von rund fünf Millionen Brasilianern, die deutsche Vorfahren haben. In Bündchens Geburtsort Horizontina gibt es viele deutsche Einwanderer wie Giseles Großvater Walter Bündchen. Er und Vania Nonnenmacher, Mutter des Models, sprechen noch heute deutsch miteinander. Gisele Bündchen sieht sich als Brasilianerin. Weltbürgerin ist sie ohnehin. Und eine Frau, deren hinreißender Appeal sich einer besonderen Mischung verdankt. Sexy und doch ein wenig kühl - typisch für die Deutschbrasilianerin Gisele Bündchen? Hier weiterlesen: Supermodel Gisele Bündchen nimmt Abschied vom Laufsteg.

Herkunft als aufregender Mix

Solche Bilder verrutschen schnell zu Klischees. Für John Casablancas war das anders. Der Modelscout entdeckte Bündchen 1994 in einem Shoppingcenter in Sao Paulo. Noch Jahre später schwärmte er im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung von „jungen Frauen mit deutschen, Schweizer oder italienischen Wurzeln, die nicht nur brasilianische Attribute mitbrachten, sondern auch das Gewicht, die Größe und die Maße eines Models“. Herkunft als Mix: Liegt darin ein Erfolgsgeheimnis für das Supermodel und seine Ausstrahlung, die auf der ganzen Welt das Publikum verzaubert? Hier weiterlesen: Stars der Kurven - Brasiliens Kunst verzaubert mit Sinnlichkeit .

„Die Vielfalt bewahren“

Der Schriftsteller Stefan Zweig, der 1940 als Exilant in Brasilien eintraf, erlag einem ähnlichen Reiz. Die Straßen würden „durch die Fülle der ständig wechselnden Physiognomien zu einem ständig wechselnden Bild“, schwärmte Zweig in seinem 1941 publizierten Buch „Brasilien. Ein Land der Zukunft“, und fuhr fort: „Welche Kunst hier, Spannungen zu lösen, ohne sie darum zu zerstören! Die Vielfalt zu bewahren, ohne sie ordnen zu wollen und gewaltsam zu organisieren!“. Stefan Zweig - der Kabarettist Josef Hader verkörperte ihn zuletzt in Maria Schraders Kinofilm „Vor der Morgenröte“ - feierte mit der Vielfalt der Menschen Brasiliens einen Gegenentwurf zum Rassewahn der Nationalsozialisten. Heute scheint das Idealbild verblasst zu sein. Hier weiterlesen: Stefan Zweigs Leben im Kinofilm .

Talentiert und erfolgreich

Von jenem entspannten und toleranten Umgang von Menschen unterschiedlicher Hautfarben und Schichten, den Stefan Zweig vor über sieben Jahrzehnten in Brasilien beobachten zu können glaubte, ist nichts mehr geblieben. Gewalt, Korruption und soziale Konflikte bestimmen die Gegenwart des südamerikanischen Riesenlandes. Gleichwohl finden sich unter den Deutschbrasilianern viele Beispiele für Menschen, die auffallend talentiert und erfolgreich sind - und die aus der auf den ersten Blick eigenwillig wirkenden Kombination deutscher und brasilianischer Wurzeln Energie und Antrieb bezogen haben. Hier weiterlesen: „Brasil Brasileiro“ bei Kölner Festival.

Gärten als abstrakte Bilder

Tennis-As Gustavo Kuerten schaffte den Einstieg in seine rasante Karriere, weil ihn seine deutsche Großmutter finanziell großzügig unterstützte. 1,90 Meter großer Modellathlet mit behenden Bewegungen: Kuerten schaffte es mit Talent und harter Arbeit bis an die Spitze der Tennis-Weltrangliste. 2008 trat er vom Leistungssport zurück. Roberto Burle Marx, 1994 verstorbener Weltstar der Garten- und Landschaftsarchitektur, lernte 1928/29 in Berlin die abstrakte Kunst der europäischen Moderne ebenso kennen wie die brasilianische Pflanzenwelt im Botanischen Garten von Berlin-Dahlem. Zurück in Brasilien brachte er beides zusammen. Seine Gartenanlagen sehen aus, als hätte Burle Marx mit exotischen Pflanzen üppig-bunte Bilder im Riesenformat gemalt. Hier weiterlesen: Brasilien - mit allen Sprachen der Kulturen .

Welt der Grenzgänger

Deutschbrasilianer, das sind Menschen wie die Schauspielerin Vera Fischer, die im brasilianischen Blumenau zur Welt kam, wo Deutschstämmige heute noch Schützenfeste feiern, und die mit Fotostrecken im Playboy ein halbseidenes Image erreicht hat. Zu den Deutschbrasilianern gehören der 2012 verstorbene Oscar Niemeyer, Übervater der modernen Architektur und Planer Brasilias, oder auch der Fußballer Kevin Kurányi, dessen Vater bei Ludwigsburg aufwuchs. Die Liste ließe sich um das Model Cintia Dicker verlängern oder den 2007 verstorbenen gebürtigen Wuppertaler Hans Stern, der in Brasilien einen der größten Schmuckkonzerne der Welt gründete. Sie alle faszinieren als Grenzgänger - wie das Welt-Model Gisele Bündchen. Hier weiterlesen: Fröhliche Tropen - Zum Tod von Architekt Oscar Niemeyer.


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