Festspielstart ohne Zwischenfälle Bayreuther Festspiele 2016: „Parsifal“ hat begeistert


Soeben ist die Eröffnung der Bayreuther Festspiele 2016 zu Ende gegangen. Uwe Eric Laufenberg und Hartmut Haenchen haben für ihren „Parsifal“ begeisterten Ablaus entgegengenommen.

Die Premiere des „Parsifal“ ist ohne Zwischenfälle über die Bühne gegangen - angesichts von drei Anschlägen in den vergangenen Tagen ist das für sich schon eine gute Nachricht. Die gefühlte Bedrohung war auch vorher schon da; deshalb waren die Bayreuther Festspiele, auf Anordnung der Stadt, zum Sicherheitstrakt geworden: einbetonierte Zäune, ein massives Polizeiaufgebot und verschärfte Einlasskontrollen bezeugten es. Doch die Polizei begnügte sich mit der Kontrolle der Eintrittskarten und wünschte einen schönen Abend, und wenn mal der Arm zu kurz war für ein Selfie mit Festspielhaus im Hintergrund, halfen die Beamten gern aus.

Beifall für Hartmut Haenchen

Auch im Festspielhaus war offenbar genug Ruhe eingekehrt, um im Schlussspurt stringent zu arbeiten. Das Ergebnis konnte sich in jedem Fall hören lassen: Hartmut Haenchen hat das Stück, das Haus sowie Orchester und Ensemble gut im Griff. Georg Zeppenfeld war ein überragender Gurnemanz, Elena Pankratova eine glutvolle Kundry und Klaus Florian Vogt ein umjubelter Titelheld. Auch die Regie von Uwe Eric Laufenberg ist beim Premierenpublikum überraschend gut angekommen. Nachdem zuletzt Stefan Herheim auf geniale Weise die Entstehungsgeschichte des „Parsifal“ mit der Geschichte des Hauses Bayreuth und der deutschen Historie miteinander verquickt hat, hat Laufenberg sich dem religiösen Kern in Richard Wagners „Bühnenweihfestspiel“ genähert. Seine These: Die Religionen müssen ihren aggressiven Kern ablegen. Dabei ist viel Bühnenblut geflossen und manches Klischee bedient worden. Den begeisterten Schlussapplaus hat Laufenberg und sein Team in jedem Fall schon mal eingefahren.


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