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„Ab in die Ferien!“: Kinofilme Monsieur Hulot und Mister Bean: Kinohelden am Strand

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Osnabrück. „Ab in die Ferien!“: Die neue Serie entführt in die schönsten Wochen des Jahres - mit Reportagen über Kultur zum Thema Ferien. Zum Start sichten wir berühmte Kinofilme.

Monsieur Hulot, ein hagerer, Pfeife rauchender Mann fährt 1953 an die bretonische Küste in den Urlaub – und er löst dabei so einige Missgeschicke am Strand, im Essenssaal oder auf dem Tennisplatz aus. Wie in jener Szene, als er, als ordnungsliebender Mensch ein schiefes Bild in einem Strandhotel geraderücken will, dabei aber aus Versehen das ganze Zimmer verwüstet. Kein Zweifel: Es sind meist die kleinen Katastrophen, die oft die größten Lacher erzeugen. Wie bei Jacques Tati, dem Regisseur und Hauptdarsteller des Films „Die Ferien des Monsieur Hulot“ . Und zwar so sehr, das für viele dies der schönste Sommerferienfilm der Kinogeschichte ist. Hier weiterlesen: Weltliteratur aus Zimmer 414 - Marcel Proust im Seebad Cabourg .

Die Familie am Strand

Ein Urlaubsfilm mit Vorbildcharakter: Loriot kopierte Szenen daraus, Tati inspirierte den britischen Komiker Rowan Atkinson zu  „Mr. Bean macht Ferien“ (2007) und er fand ein schwaches Echo in der James Stewart-Familienkomödie „Mr. Hobbs macht Ferien“ (1962). Oder auch 2015 in der Sempé-Goscinny-Verfilmung „Der kleine Nick macht Ferien“, in der eine kleinbügerliche Familie große Ferien am Strand verbringt. Hier weiterlesen: Welthit „La Mer“ - Charles Trenet vor 100 Jahren geboren .

Frankreich liefert Filme zur Sommerfrische

Tatsächlich zeigt ein Blick in die Filmgeschichte: Die bedeutendsten Sommerfrische-Filme dürften wohl aus Frankreich stammen. Ob Jean Vigo bereits 1930 in „Apropos de Nice“ das Leben in Nizza porträtierte, oder ob Frankreichs Filmphilosoph Eric Rohmer die Sommerliebe in Filmen wie „Pauline am Strand“ (1983), „Das grüne Leuchten“ (1986) oder in „Sommer“ (1996) suchte (und fand) – Urlaub war schon oft ein Thema in französischen Filmen. Dass es aber dabei nicht nur leicht zuging, bewies 1960 René Clements „Nur die Sonne war Zeuge“ als Alain Delon auf einem Mittelmeertrip zum Mörder wurde. Oder Alain Giraudies schwülen Erotikthriller „Der Fremde am See“, in dem sich ein Mörder an einem Badesee umtreibt. Hier weiterlesen: Kolumne - ein schöner Tag an der See.

Horror im Ferienparadies

Dass auch im Urlaub auch schnell der Horror einbrechen kann, beweisen aber eher US-Filme: In Steven Spielbergs „Der weiße Hai“ (1975) etwa wird der Badestrand zum Buffet für einen Killerfisch, in Joe Dantes „Piranha“ (1978) bedrohen Fischmonster ein Kinder-Feriencamp, und in „Freitag, der 13.“ (1980) meuchelt ein  „Hockey-Masken-Mörder“ Teenager im Sommerlager „Crystal Lake“, während sich in John Boormans „Beim Sterben ist jeder der Erste“(1972) ein Kanu- in einen Horrortrip wandelt, sobald Burt Reynolds und Freunde auf gewaltbereite Hinterwäldler treffen.

Der Gendarm an der Côte d´Azur

Dagegen sind die Aktionen, die etwa Louis de Funès in „Balduin, der Ferienschreck“ (1967) startet, eher harmlos: Er will nur verhindern, dass Schüler auf eine Segeltörn gehen, statt zu büffeln, während er als „Gendarm von St. Tropez“ (1964) keinen Spaß mit einer Nudistenkolonie am Strand versteht. Die „schönste Zeit des Jahres“ als Hintergrund für Tändelei und Trällerlei: „Gönnen Sie sich einen zweiten Urlaub“ - so hieß es nicht selten in den Trailern zu den vielen Schlagerfilmen der 60er, als etwa Vivi Bach, Claus Biederstaedt und Peter Alexander massenweise am Wörthersee, im Salzkammergut oder in Tirol herumturtelten oder in Italien die „Capri-Fischer“ besangen. Urlaub als Kinotraum - und das alles im schönsten Agfa-Color. Hier weiterlesen: Louis de Funes - der Musterfranzose?

In der New Yorker Hitze

Doch gibt es auch das? Einen Sommerferienfilm, der sich mit den Daheimgebliebenen beschäftigt? Ja, wie Billy Wilder 1955 bewies: In „Das verflixte 7. Jahr“ muss Tom Ewell als Strohwitwer, der seine Familie in die Ferienfrische schickt, nicht nur der New Yorker Sommer-Hitze widerstehen, sondern auch den Reizen seiner neuen Nachbarin. Ein schwieriges Unterfangen, wird die doch von Marilyn Monroe gespielt. Um sich abzukühlen geht er mit ihr, na klar, ins Kino, und schaut sich den Monsterfilm „Der Schrecken vom Amazonas“ an. Nur um zu erleben, wie danach Marilyns Rock über einen U-Bahnschacht hochfliegt. Heiße Filme, coole Typen und wärmste Empfehlungen: Der Sommer bietet auch cineastisch „coole“ Filme.


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