„The Getaway“ So klingt das neue Album der Red Hot Chili Peppers

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Die Band Red Hot Chili Peppers mit vermutlich gar nicht „scharfem“ Hund. Foto: steve keros www.stevekeros.comDie Band Red Hot Chili Peppers mit vermutlich gar nicht „scharfem“ Hund. Foto: steve keros www.stevekeros.com

Osnabrück. Für ihr elftes Studioalbum engagierten die Red Hot Chili Peppers, funkige Alternativrocker aus Kalifornien, einen neuen Produzenten. Die Emanzipation von ihrem ehemaligen Ziehvater Rick Rubin darf als gelungen betrachtet werden.

Das hat man mittlerweile selten: Ein Album, das sich von Song zu Song steigert. Normalerweise sind Produzenten und Plattenfirmen ja darauf bedacht, im ersten Drittel eines Albums alle Hits und potenzielle Singleauskopplungen unterzubringen. Wohl wissend, dass die Konzentration des Hörers proportional zur Länge eines Werks abnimmt. Für „The Getaway“, die neue CD der Red Hot Chili Peppers, sollte man sich Zeit nehmen. 13 Songs sind auf dem elften Studioalbum zu hören, für die sich auch die Band mal wieder viel Zeit genommen hat. Wie schon bei dem Vorgänger „I´m With You“ dauerte es fünf Jahre, bis das nächste Werk vollendet war. Diesmal wurde der Zeitraum auch durch die Verletzung von Basist Flea verlängert: Bei einem Snowboard-Unfall zog er sich einen komplizierten Armbruch zu, der ihn nach der Verheilung zwang, mit dem Bass fast wieder bei null anzufangen. Davon ist auf dem neuen Album glücklicherweise nichts zu spüren.

Wahres Saiteninferno

Darauf befindet sich auf Position 5 der Song „Goodbye Angels“, in dem Flea plötzlich wie wild seinen Bass malträtiert und der relativ neue Gitarrist Josh Klinghoffer ein wahres Saiteninferno dazu verursacht. Darauf folgt ein herrlicher Popsong mit spukiger Gitarre: „Sick love is a modern chliche“ singt Anthony Kidies und Klinghoffer lässt seine Gitarre lieblich zerrend singen. „Go Robot“ animiert danach mit einem Doppel-Klatsch im Beat und Song 9 mit dem Titel „Detroit“ hört sich an, als hätten sich die Chili Peppers in der letzten Zeit häufiger die Musik von Led Zeppelin reingezogen.

Gute Emanzipation

Wer das Gefühl bekommt, dass sich alle Songs irgendwie anders als sonst anhören, der liegt richtig: Zum ersten Mal haben sich Kiedis und Co. nicht von ihrem Ziehvater Rick Rubin produzieren lassen! Stattdessen ließen sie Brian Burton , besser bekannt als Danger Mouse, über den Sound walten, der schon Platten von den Gorillaz, Beck und den Black Keys produzierte. Eine Emanzipation, die der Band, die zu neuen Ufern aufbrechen wollte, richtig gut steht. Denn man hört plötzlich tolle Songs mit Pianosound oder Rock-Monster, die geradezu brachial wirken, ohne den typischen RHCP-Sound vermissen zu lassen.

Mit dem Album „The Getaway“, das Kiedis selbst als „sehr emotionale Platte“ bezeichnet, ist den Kaliforniern wieder einmal ein nicht wirklich spektakuläres, aber dennoch großartiges Werk gelungen.


Red Hot Chili Peppers „The Getaway“(Warner Music)

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