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30.05.2016, 16:56 Uhr zuletzt aktualisiert vor BABYS IM MUSEUM: EIN KOMMENTAR

Raus aus der Mutter-Vater-Kind-Isolation

Von Ralf Döring


Pina Bausch für die Allerkleinsten: Mit speziellen Babyführungen setzen Museen auf junge Eltern. Seit rund drei Jahren bietet die Bonner Bundeskunsthalle mittwochvormittags unter dem Titel „Baby Art Connection. Vom Wickeltisch ins Museum“ Führungen für Mütter und Väter mit ihren Babys und Kleinkindern an. Foto: epdPina Bausch für die Allerkleinsten: Mit speziellen Babyführungen setzen Museen auf junge Eltern. Seit rund drei Jahren bietet die Bonner Bundeskunsthalle mittwochvormittags unter dem Titel „Baby Art Connection. Vom Wickeltisch ins Museum“ Führungen für Mütter und Väter mit ihren Babys und Kleinkindern an. Foto: epd

Mit dem Baby ins Museum, Konzert, Theater: Was Kulturbegeisterte im Einzelfall als Störfaktor wahrnehmen, ist längst zum Vermittlungskonzept geworden.

Längst saugen Babys Kultur mit der Muttermilch auf, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Purzel- und Krabbelkonzerte, Schauspiel für Menschen ab 0 Jahren, Kinofilme, Museen: Kultur-Pädagogen haben die Allerkleinsten ins Visier genommen. Oder?

Weiterlesen: Die Purzelkonzerte des Osnabrücker Symphonieorchesters

Ebenso fest haben Kultureinrichtungen aber Mama und Papa, Oma und Opa im Blick: Ihnen eröffnet man ja ebenfalls unkomplizierte Teilhabe an der Kultur. Denn das Baby ist kein Störfaktor, sondern ausdrücklich erwünscht. Selbst wenn es missmutig anfängt zu weinen.

So steht kein esoterisch-pädagogisches „Kultur-von-Anfang-an“-Konzept im Vordergrund, sondern der gruppendynamische Prozess: In der Gemeinschaft weint es sich leichter. Wenn dann die Kinder trotzdem gleichzeitig von Anfang an mit Musik und Kunst in Berührung kommen, ist das ein extrem positiver Effekt. Gleichzeitig holen die Kultureinrichtungen die Eltern heraus aus ihrer Mutter-Vater-Kind-Isolation. Hier profitieren alle.


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