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Zum letzten Mal in Norddeutschland? AC/DC und Axl Rose rocken Hamburg

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Hamburg. Sie können es immer noch: Die australischen Rocker von AC/DC haben zusammen mit Axl Rose am Donnerstagabend Hamburg für zwei Stunden beben lassen. Im Zuge ihrer Rock-or-Bust-Welttournee gastierte die Band vor knapp 46.000 Zuschauern im Volksparkstadion – vielleicht zum letzten Mal im Norden.

Als sich der Rauch vom Feuerwerkes direkt zu Beginn verflüchtet hat, sieht man ihn: Angus Young! 1,58 Meter lebende Musikgeschichte in Schuluniform. Die rechte Hand zu Teufelshörnern geformt und den Gitarrehals in der Linken: Frenetisch feiern die Fans im Hamburger Volksparkstadion ihr Rock´n´Roll Idol.

Rock or Bust: Teufelshörner, Glocken und Kanonen

Parallel erklingen auch schon die ersten Töne des Auftaktstückes, das auch gleichzeitig Sinnbild des Abends werden soll: Rock or bust! AC/DC rocken zusammen mit Axl Rose (54) das Stadion. Der Guns´n´Roses-Frontmann, der für Brian Johnson (67) vorübergehend das Mikrofon übernommen hat, überzeugt von der ersten Sekunde an alle Fans und Skeptiker. „Was für ein tolles Publikum“, ruft Rose dann auch in die Menge. „Ich liebe euch.“

Die folgenden Stücke „Shoot to Thrill“ und „Hell Ain’t a Bad Place to Be“ stehen sinnbildlich für den weiteren Verlauf des Abends.

Jedes Intro wird von den Fans begeistert gefeiert und als die „Höllenglocke“ ertönt, kennen die Fans kein halten mehr. (Weiterlesen: Angus Young über Axl Rose: Er macht es sehr gut!)

Back in Black - Das Beste aus 40 Jahren Bandgeschichte

Wie ein Rock´n´Roll-Zug überrollen die fünf Musiker die Fans in Hamburg. Jedes Intro wird im weiten Rund von den Fans begeistert gefeiert und als die „Höllenglocke“ ertönt, kennen die Fans kein halten mehr.

Neben den Stücken vom aktuellen Album „Rock or bust“ und den altbewährten Klassikern „Back in Black“, „Thunderstruck“ und „TNT“ spielen AC/DC mit Axl Rose viele Bon Scott-Stücke. Die Stimmlage des ursprünglichen Sängers der Band, der am 19. Februar 1980 verstarb, kommt der Stimmlage von Axl Rose hörbar näher. Hier kann Rose auch beweisen, dass er mehr kann, als nur schreien und kreischen.

Nach überstandenem Fußbruch ist Rose in Hamburg auch deutlich mobiler als anfangs in Lissabon, wo er das gesamte Konzert im sitzen absolvieren musste. Mit Beinschiene ist Rose unentwegt auf der Bühne unterwegs und bei „Riff Raff“ im Zugabenteil tanzt er sogar ausgelassen wie ein „Schuljunge“. (Weiterlesen: Axl Rose erobert skeptische AC/DC-Fans in Lissabon)

Rock´n´Roll Train – Die Maschine läuft

Highlight des Konzertes ist aber natürlich einmal mehr Angus Young. Auch mit 61 rockt der Gitarrist unermüdlich über die Bühne. Und auch wenn das Alter sichtbar nicht spurlos an ihm vorbei gegangen ist, Young genießt die Zeit auf der Bühne und reißt das Publikum in jedem Moment seines Auftrittes mit. Auch Axl Rose, der sonst das Rampenlicht gewohnt ist, ordnet sich dem Star der Show professionell unter.

Und als die Kanonen zum letzten Mal über Hamburg donnerten, waren alle Besucher überzeugt: das Experiment Axl Rose und AC/DC funktioniert sehr gut. Sie können es eben immer noch – egal, wer neben Angus Young auf der Bühne steht.

For Those About to Rock – Ein letzter Salut in Norddeutschland?

Ob die Band nach dem Ende der Tournee noch einmal auf die deutschen Bühnen zurückkehren, darf bezweifelt werden. Malcom Young, zusammen mit Bruder Angus Gründungsmitglied von AC/DC, leidet unter Demenz und ob Brian Johnson seine Hörprobleme in der Griff bekommt, ist auch noch unklar.

Mit dem Konzert in Hamburg lässt AC/DC Norddeutschland hinter sich. Es folgen noch zwei Auftritte in der Republik. Am 1. Juni in Leipzig und zum Abschluss der Europa-Tournee am 15. Juni in Düsseldorf.

Eine Kritik des aktuellen Albums „Rock or Bust“ auf www.noz.de


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