Ein Bild von Dr. Stefan Lüddemann
25.05.2016, 18:35 Uhr EINE STADT IM SKULPTUREN-STAU

„Skulptur-Projekte“ 2017: Wo bleibt die Provokation?

Kommentar von Dr. Stefan Lüddemann

Der Blick voraus: Die Kuratorin Britta Peters spricht bei einer Pressekonferenz in Münster (Nordrhein-Westfalen) neben dem Modell des Projektes der Künstlergruppe „Peles Empire“. Foto: dpa .Der Blick voraus: Die Kuratorin Britta Peters spricht bei einer Pressekonferenz in Münster (Nordrhein-Westfalen) neben dem Modell des Projektes der Künstlergruppe „Peles Empire“. Foto: dpa .

Münster. Die „Skulptur-Projekte“ in Münster sind vom Protestformat zum Klassiker geworden. Wie sind da Überraschungen noch möglich?

Kunst entsteht aus Kunst. Für keinen Ort trifft das so eindeutig zu wie auf die Stadt Münster. Vier Ausgaben der „Skulptur-Projekte“ haben ihre sichtbaren Spuren im Stadtbild hinterlassen. 36Skulpturen ehemaliger „Projekte“ stehen im öffentlichen Raum. Jede neue Edition des inzwischen international berühmten Ausstellungsformates muss sich zwangsläufig zu seiner eigenen Geschichte verhalten. Kunst entsteht als Reaktion auf vorhandene Kunst. Hier weiterlesen: „Skulptur-Projekte“ 2017 - die Konzepte der Kuratoren .

Liegt es auch daran, dass viele jener Künstler, die 2017 in Münster ihre Arbeiten zeigen werden, gleich auf das temporäre Format der Performance ausweichen? Aufführungskunst macht nicht nur Betrachter zu Handelnden, sie weicht auch jenem Skulpturen-Stau aus, der Münsters City besetzt hält. Hier weiterlesen: Wie Kuratorinnen den Blick auf die Kunst verändern.

Damit ist aber auch klar, dass wirkliche Provokationen kaum noch zu platzieren sind. Die Kämpfe um die Kunst im öffentlichen Raum sind entschieden. Kunst formt längst Stadtbilder und Imagekampagnen. Das Pionierformat von einst ist der Klassiker von heute. Jetzt kommt es auf die Themen an, die Kuratoren und Künstler setzen. Kunst braucht überzeugenden Zeitbezug. Das gilt auch für Münsters „Projekte“.


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