Schauspielprogramm Osnabrück Von Lessing bis Houellebecq: Pläne des Theaters

Arbeiten künftig zusammen: Osnabrücks Intendant Ralf Waldschmidt und der neue Schauspielleiter Dominique Schnizer. Foto: Helmut KemmeArbeiten künftig zusammen: Osnabrücks Intendant Ralf Waldschmidt und der neue Schauspielleiter Dominique Schnizer. Foto: Helmut Kemme

Osnabrück. Das Schauspiel des Osnabrücker Theaters widmet sich für seine Spielzeit 2016/17 Werken von Lessing bis Houellebecq und tritt sogar in der Spielerkabine des VfL Osnabrück auf.

Osnabrück. Stabwechsel im Schauspiel des Osnabrücker Theaters : Mit der neuen Spielzeit übernimmt Dominique Schnizer Annette Pullens bisherige Aufgabe. Der junge gebürtige Grazer hat schon an Häusern wie dem Schauspielhaus Hamburg, in Weimar, Karlsruhe oder beiden Ruhrfestspielen Recklinghausen inszeniert. Für den neuen Spielplan steht ihm Jens Peters vom Staatstheater Karlsruhe als neuer Leitender Schauspieldramaturg zur Seite.

Politische Entwicklungen vor der Folie von Aufklärung und Toleranz beobachten: Das will das Schauspiel gleich zum Spielzeitauftakt im Großen Haus mit Gogols „Der Revisor“. Das Stück für fast das gesamte Ensemble über Korruption, und Vetternwirtschaft gerät topaktuell durch die Panama-Papers, bevor Schnizer, der inszeniert, von ihnen wusste.

Als deutschsprachige Schauspiel-Erstaufführung nimmt sich Ramin Anaraki „Das Lächeln einer Sommernacht“, eine einmal nicht melancholische Ingmar-Bergmann-Komödie, vor. Ob Schnizer der recht optimistischen Sicht von Gotthold Ephraim Lessing in Sachen Aufklärung und Toleranz für „Nathan der Weise“ folgen will, wird seine Lesart zeigen. Geplant ist auch Lessings „Ernst und Falk – Gespräche für Freimaurer“, entstanden im „Nathan“-Umfeld, und ein Stadtprojekt Nathan“ in Einrichtungen der Stadt. . Mit der Unterdrückung der Frau im Patriarchat setzt sich Lorcas „Bernarda Albas Haus“ auseinander – Regie führt Schirin Khodadadian. Annette Pullen nimmt sich Cervantes „Don Quijote“ vor – bearbeitet von Rebekka Kricheldorf und deshalb eine Uraufführung.

Im Emma-Theater geht es weiter mit der Macht des Erzählens und „Lucas and Time“ von Niki Orfanu“, (R.: Felicitas Braun), mit der Uraufführung von „Über meine Leiche“, von Stefan Hornbach, dem Siegerstück des 2. Osnabrücker Dramatikerpreises(R.: Marlene Anna Schäfer), mit Lutz Hübners Komödie „Frau Müller muss weg“ (R.: Schnizer) , mit Alexander Charims Lesart für „Dantons Tod“, mit Houellebecqs „Unterwerfung“, mit Marbers „The red Lion“ in der Spielerumkleidekabine des VfL Osnabrück und schließlich mit Ferdinand von Schirachs „Terror“.

Das Kinder- und Jugendtheater „Oskar“ präsentiert mit Julia Penners „Der dicke Sternschnuppe“ den 2. Preis des Osnabrücker Dramatikerpreises, danach „Robin Hood“ , Michael Endes „Momo“ und als weitere Zusammenarbeit mit dem geflohenen, in Osnabrück lebenden syrischen Autor Anis Hamdoun die Uraufführung „Die unbekannte Stadt“ .


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