Düsseldorfer Oper Han „Igor“ darf auf der Bühne nicht auftreten

Von dpa

Da war Hahn „Igor“ noch die Hauptfigur: Szene aus der Oper „Der goldene Hahn“, in der bei einer Probe neben der Darstellerin Eva Bodorová (l) in der Titelrolle auch ein echter Hahn auf der Bühne zu sehen ist. Foto: Hans Jörg Michel/Deutsche Oper am Rhein/dpaDa war Hahn „Igor“ noch die Hauptfigur: Szene aus der Oper „Der goldene Hahn“, in der bei einer Probe neben der Darstellerin Eva Bodorová (l) in der Titelrolle auch ein echter Hahn auf der Bühne zu sehen ist. Foto: Hans Jörg Michel/Deutsche Oper am Rhein/dpa

Düsseldorf. In einem prachtvollen, goldenen Käfig sollte „Igor“ auf der Düsseldorfer Opernbühne auftreten, vor allem im ersten Akt hätte er im Mittelpunkt gestanden. Doch daraus wurde nichts: Kurz vor der Premiere des Stückes „Der goldene Hahn“ stoppte die Stadt die Bühnenpremiere des Gockels.

In einem prachtvollen, goldenen Käfig sollte „Igor“ auf der Düsseldorfer Opernbühne auftreten, vor allem im ersten Akt hätte er im Mittelpunkt gestanden. Doch daraus wurde nichts: Kurz vor der Premiere des Stückes „Der goldene Hahn“ stoppte die Stadt die Bühnenpremiere des Gockels. „Der Hahn tritt nicht auf“, sagt Opernsprecherin Tanja Brill, auch mit Blick auf die weiteren Vorführungen.

Grund für das jähe Karriereende ist eine Auflage des Veterinäramts, die die Deutsche Oper am Rhein in der Kürze der Zeit nicht mehr erfüllen konnte. Denn vor allem die fehlende Fläche, die dem Hahn zur Verfügung gestanden hätte, war dem Amt ein Dorn im Auge. „Der Käfig hätte etwa viermal so groß sein müssen, zudem wäre eine Sitzstange nötig“, sagt Klaus Meyer vom Amt für Verbraucherschutz. Zudem bemängelte die Stadt den Transport des Hahns im abgedeckten Käfig auf der Bühne, beeinflusst von Scheinwerferlicht und Musik.

Zwei Tage hatte die Oper bis zur Premiere Zeit, die Auflagen umzusetzen. Doch vor allem die Forderung nach mehr Platz für den Hahn brachte das Spielhaus an seine Grenzen. „Ein so großer Käfig hätte gar nicht in das künstlerische Konzept gepasst“, sagt Opernsprecherin Tanja Brill.

Der Landestierschutzverband NRW zeigte sich derweil erfreut über die Entscheidung und das Fehlen des Hahns auf der Opernbühne: „Ein Hahn rennt auf dem Hühnerhof rum, pikt und versucht, hinter den Hühnern herzukommen“, sagt Vizepräsident Günther Oltrogge. „Wenn man bei einer Aufführung ein Tier auf der Bühne haben will, kann man dafür auch wunderbar ein künstliches nutzen.“

Ob „Igor“ diese Meinung teilt, bleibt ungewiss. Laut der Oper jedenfalls hat er immer gerne an den Proben teilgenommen. „Die Darsteller hatten den Hahn lieb gewonnen. Er hat sich sichtlich wohlgefühlt“, sagt Brill. In den vergangenen Wochen wurde das Federvieh regelmäßig vom heimischen Bauernhof in Wittlaer zum Opernhaus chauffiert, um sich vor Ort an die Bühnenatmosphäre zu gewöhnen. Sein Auftritt war für den ersten Akt geplant, später sollte er dann nicht mehr auf der Bühne stehen.

Den Ausfall müsse man auch weiterhin mit Humor sehen, heißt es bei der Oper. „Die Inszenierung funktioniert mit dem künstlichen Hahn genau so gut.“ Auch bei der Premiere am Freitagabend hatte Intendant Meyer zu Beginn seiner Ansprache an das Publikum bereits zur Ironie gegriffen, als er zur Gedenkminute für den Gockel aufrief.


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