Ein Bild von Dr. Stefan Lüddemann
26.02.2016, 06:00 Uhr KULTUR FÜR DEN WANDEL

Sinn gegen Geld? Kultur im Richtungsstreit

Kommentar von Dr. Stefan Lüddemann

Auch von der Kulturstiftung des Bundes gefördert: Die Tanzproduktion „Biografia del Corpo“ am Theater Osnabrück. Foto: dpaAuch von der Kulturstiftung des Bundes gefördert: Die Tanzproduktion „Biografia del Corpo“ am Theater Osnabrück. Foto: dpa

Osnabrück. Kultur macht Sinn. Und sie kostet Geld. Beides geht oft nicht zusammen. Klar ist nur: Die Migrationsgesellschaft braucht Kultur, um sich zu finden.

Das Programm klingt gut. Die Wirklichkeit vor Ort sieht aber oft ganz anders aus. Während die Kulturstiftung des Bundes Kultur als Medium des Wandels einer von Migration geprägten Gesellschaft versteht, werden in den Kommunen die Mittel für Kultur gekürzt. Hier die Programmatiker, dort die Controller: Über Kultur wird wieder einmal nach Kräften in verschiedenen Sprachen geredet. Den Schaden haben die Macher vor Ort. Hier weiterlesen: Schließt Leverkusen das Museum Morsbroich?

Was helfen beste Referenzen, wenn Wirtschaftsprüfer empfehlen, ein Museum zu schließen? Diese Posse ist gerade in Leverkusen zu besichtigen. Und was nützt einer Museumsdirektorin der mutige Aufbruch zur globalen Kunst, wenn sie gleichzeitig wegen der Besucherzahlen ihres Hauses bekrittelt wird? Diesen Widerspruch muss gerade Marion Ackermann von der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen aushalten. Sicher, Kultur kostet Geld. Und dieses Geld soll sinnvoll eingesetzt werden. Aber Kultur ist mehr. Sie ist das Programm einer Gesellschaft, ihr Code, ihr Sinn. Davon wird mehr gebraucht, nicht weniger. Nur so sind Wandel und Integration zu schaffen. Hier weiterlesen: Die andere Weltkarte der Kunst - Projekte in Bremen und Düsseldorf .