Thiele-Neumann-Theater Daniel Glattauers „Die Wunderübung“ in Arbeit

Von Anne Reinert

Lebhafte Probe: Valerij Persikov (vorn links), Regina Neumann, Thomas Heller und Helmut Thiele (rechts). Foto: Hermann PentermannLebhafte Probe: Valerij Persikov (vorn links), Regina Neumann, Thomas Heller und Helmut Thiele (rechts). Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. Daniel Glattauers „Die Wunderübung“ ist ein Erfolg an den Theaterbühnen. Das Thiele-Neumann-Theater in Osnabrück nimmt das Stück in sein Repertoire auf.

Geht ein Paar zum Therapeuten. So könnte ein Witz anfangen. Und tatsächlich geht es in Daniel Glattauers „Die Wunderübung“ sehr humorvoll zu. Doch zwischen den Zeilen steckt mehr. „Boulevard mit Tiefgang“ nennt Helmut Thiele das Stück, eine „leichte, schöne Komödie“, seine Schauspielpartnerin und Frau Regina Neumann. Und Regisseur Valerij Persikov beschreibt es als „tiefer, als es äußerlich aussieht“.

Das Thiele-Neumann-Theater feiert am Samstag, 20. Februar, im Spitzboden der Lagerhalle Premiere mit der „Wunderübung“, dem ersten Drei-Personen-Stück des österreichischen Autors Daniel Glattauer. Der geht in Osnabrück immer. Seine drei Littera-Lesungen in den vergangenen Jahren im Blue Note waren ausverkauft. Das Thiele-Neumann-Theater hat seine beiden Romane „Gut gegen Nordwind“ und „Alle sieben Wellen“ erfolgreich als szenische Lesungen ins Repertoire übernommen.

Thomas Heller als Gastschauspieiler

Eigentlich sind Helmut Thiele und Regina Neumann auf Autoren älteren Jahrgangs spezialisiert, auf Schnitzler oder Tucholsky etwa. Mit Daniel Glattauer nehmen sie sich eines zeitgenössischen Autors an. Doch die Kombination passt einfach. Schließlich stamme der Autor wie sie und ihr Mann aus Wien, so Regina Neumann.

Für „Die Wunderübung“ haben sich die beiden Gastschauspieler Thomas Heller geholt. Der gibt den Therapeuten, der mit der titelgebenden Übung Frieden zwischen dem zerstrittenen Ehepaar stiften will. Helmut Thiele kennt ihn von gemeinsamen Auftritten am Theater Paderborn, wo Heller viele Jahre ein beliebter Gastschauspieler war. Zwei Jahre lang war der Schauspieler außerdem in Münster fest engagiert. Und auch in Osnabrück hat er mal ein Gastspiel gegeben: 1982 spielte er im Weihnachtsmärchen „Der Pfefferkuchenmann“ mit.

Regie führt Valerij Persikov

Mit Valerij Persikov arbeiten Regina Neumann und Helmut Thiele schon seit vielen Jahren zusammen. Er hat bei mehreren Solostücken von Neumann Regie geführt, aber auch bei vier Doppelstücken des Ehepaares, unter anderem etwa bei „Kleine Eheverbrechen“ von Eric Emmanuel Schmitt.

Jeder könne sich in den Figuren wiedererkennen, sagt Regina Neumann. In der Frau, die ihren Mann zum Paartherapeuten zwingt. In dem Mann, der widerwillig mitmacht. Und in dem Therapeuten, der die beiden als Trainingsgelegenheit für seine Methoden sieht.

Distanz nehmen ist in dieser Inszenierung allerdings nicht möglich. Denn gespielt wird nicht im klassischen Guckkasten, sondern in einer Art Arenabühne, die von den Zuschauern umrundet wird. Dorthin gehört ein Kampf schließlich. Auch einer zwischen Ehepaaren.


„Die Wunderübung“: Premiere am Samstag, 20. Februar, 20 Uhr; weitere Aufführung am Sonntag, 21. Februar, 19 Uhr; Spitzboden der Lagerhalle. Karten unter www.lagerhalle-osnabrueck.de.